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Wissen & Umwelt

Europa erlebt Sommerwetter im März

Die Sonne scheint, die Temperaturen erreichen 20 Grad. Nicht nur in Deutschland hat der März warm begonnen. Viele freuen sich über das Sommerwetter, aber sind die ungewöhnlichen Temperaturen auch ein Grund zur Sorge?

Ist etwa schon Sommer? Es ist kein Wunder, dass sich viele Europäer diese Frage stellen.

Strandwetter

gab es in dieser Woche in Berlin, Hamburg und München. In Paris wurde die höchste Temperatur seit 1880 für März gemessen: schwüle 21 Grad.

Und das

milde Wetter

bleibt Europa erhalten. Für den Rest der Woche würden Temperaturen erwartet, die zwei bis drei Grad höher lägen als normal, sagt Byron Drew, Wetterexperte von Metra Weather in Großbritannien. In Nordost-Europa und Skandinavien soll es sogar vier bis fünf Grad wärmer werden als sonst in diesem Monat.

Doch die deutsche Meteorologin Anna Wieczorek sieht darin keinen Grund zur Sorge. Dieses milde Wetter sei nicht unnormal, sagt sie."Auch die Rekordtemperaturen sind nichts Neues, sondern normale Schwankungen." Es seien im März in früheren Jahren auch schon 25 Grad gemessen worden. Das gelte aber nicht als außergewöhnliches Wetter-Ereignis.

Wolkenloser Himmel über Europa

Warum ist es aber so unangemessen warm in diesem Jahr? Die Antwort sei einfach, sagt Wieczorek. In der ersten März-Hälfte sei der Himmel fast wolkenlos gewesen. Grund dafür sei ein Hochdruckgebiet, das sich über Westeuropa und Großbritannien bewege. "Die Sonnenstrahlung, die typisch für diese Jahreszeit ist, kommt ungehindert durch", sagt die Meteorologin. Darum sei es nicht ungewöhnlich, dass die Temperaturen über 20 Grad steigen.

Außerdem verhinderten Wirbelstürme über dem Nordatlantik, dass kalte Luft über Westeuropa fließe, erklärt Meteorologe Volker Ermert vom Institut für Geophysik und Meteorologie an der Universität Köln. Die hohen Temperaturen seien Teil eines Langzeittrends. "Der Klimawandel ist ein laufender Prozess", sagt er. "Unsere Prognosen zeigen, dass die Temperaturen in den nächsten 100 Jahren um drei bis vier Grad steigen werden. Auf dem Weg dahin wird es viele rekordverdächtige Wetter-Ereignisse geben."

Ermert glaubt, dass 2014 Rekordtemperaturen erreicht werden könnten - auch wenn es noch früh im Jahr ist. "Im globalen Maßstab zeigt sich, dass wir Jahr für Jahr immer wärmere Temperaturen haben. In den vergangenen Jahren war es in der Atmosphäre wirklich warm."

Während

Nordamerika im Winter mit extremer Kälte und Schnee

zu kämpfen hatte, sind die Bedingungen in Europa ungewöhnlich mild. Es könnte der wärmste Winter seit 250 Jahren werden, so Ermert.

Salaternte Anfang März

Der Meeresspiegel steigt und die Schneegrenzen verändern sich - das sind einige der Langzeitauswirkungen der langsam steigenden Temperaturen. Ermert zufolge sieht man die Folgen der Klimaerwärmung auch in Köln. Salat beispielsweise, der im Rahmen des Projects der Uni Köln gesät worden ist, könne Wochen früher geerntet werden als sonst. "Das ist wirklich seltsam für Anfang März. Die Pflanzen werden von den warmen Temperaturen beeinflusst."

Der Deutsche Wetterdienst thematisiert normalerweise den Pollenflug im März oder April - in diesem Jahr gab er schon im Januar Informationen heraus. Ermert warnt außerdem davor, dass der milde Winter und unterdurchschnittliche Regenfälle in Mitteleuropa die Erde austrocknen und damit die Gefahr für Waldbrände steigt.

Aber die Europäer sollten ihre Winterkleidung noch nicht wegpacken. Denn das milde Wetter soll nur bis Ende der Woche halten, so die Vorhersagen. Dann wird es wieder kühler.

Anna Wieczorek hält es für möglich, dass es noch im März einen zweiten Anfall von warmem Wetter geben wird. Doch noch ist es zu früh zu sagen, ob dieser März der heißeste März in Deutschland werden könnte.

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