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Sport

Europa entthront USA und holt 38. Ryder Cup

Europa hat Titelverteidiger USA beim Ryder Cup in Wales die "Golf-Krone" abgejagt. Bis zum Schluss verlief das Turnier auf Augenhöhe und brachte dem Team um den deutschen Star Martin Kaymer einen denkbar knappen Sieg.

Martin Kaymer hält nach dem Gewinn des Ryder Cups 2010 im Celtic Manor Resort in Newport, Wales, die Trophäe hoch. (Foto: AP Photo/Matt Dunham)

Golfer Martin Kaymer am Ziel

Es war ein denkwürdiger Wettbewerb, der alleine durch seine Spannung auch ansonsten eher weniger golfbegeisterte Zuschauer in seinen Bann zog. Und es war auch das Turnier von Deutschlands Superstar Martin Kaymer, der sich gleich bei seinem Debüt über den Gewinn der wichtigsten Mannschafts-Trophäe der Welt freuen konnte. Als zweiter deutscher Golfprofi nach Bernhard Langer 2002 holte der 25-jährige Major-Sieger mit dem Team Europa den Ryder Cup. Doch der ganz große Held in dem denkwürdigen Drama im walisischen Newport war der Nordire Graham McDowell: Mit dem letzten Putt entthronte der US-Open-Sieger am Montag (04.10.2010) bei der 38. Auflage des prestigeträchtigsten Mannschaftswettbewerbs im Golf Titelverteidiger USA mit 14,5:13,5.

Golf-Krimi mit Überlänge

Das siegreiche Team Europa beim Ryder Cup 2010. (Foto: AP Photo/Peter Morrison)

Das siegreiche Team Europa beim Ryder Cup 2010 im Celtic Manor Resort im walisischen Newport

Nach tagelangem Dauerregen im Celtic Manor Resort eroberte das Team von Kapitän Colin Montgomerie am Ende bei strahlendem Sonnenschein mit dem knappsten aller möglichen Ergebnisse den "Pott" aus purem Gold. "Für 11 Teamkollegen, die Fans, die Caddies zu gewinnen, ist unfassbar. Monty, Europa, es ist ein ganz besonderes Hochgefühl. Es gibt nichts Vergleichbares", jubelte McDowell, der im Celtic Manor Resort schon im Juni die Wales Open gewann. Montgomerie standen die Tränen in den Augen. Seine Stimme vibrierte: "Stolz, Stolz, Stolz. Es bedeutet die ganze Welt für uns. Ich habe zwölf ganz Kerle im Team, ich wusste es!"

Erstmals seit seiner Premiere 1927 musste das Finale mit den 12 Einzeln wegen der heftigen Regenfälle auf einen Montag verlegt werden. Den USA hätten als Titelhalter schon 14 der 28 zu vergebenden Punkte aus insgesamt 28 Matches zum Sieg genügt. Als McDowell den elften Titel für Europa vor 35.000 Zuschauern im letzten Match mit der letzten Ballumdrehung zum Par am 17. Grün sicherte, brachen alle Dämme. Das Europa-Team lag sich in den Armen.

Enttäuschung beim Titelverteidiger

Graeme McDowell feiert seinen entscheidenden Schlag. (Foto: AP Photo/Alastair Grant)

Graeme McDowell feiert seinen entscheidenden Schlag

Die US-Spieler um den Weltranglisten-Ersten Tiger Woods standen wie erstarrt, als McDowell den unglücklichen Hunter Mahan mit 3&1 besiegte. Zuvor hatten es die Europäer spannend gemacht. Auch dem bis dahin ungeschlagenen Debütanten Kaymer versagten im Einzel bei der bitteren Niederlage mit 6&4 gegen Dustin Johnson die Nerven. Nach den 16 Vierern hatte Europa noch 9,5:6,5 geführt. Montgomerie hatte entsprechend in seinem Taktikpuzzle Kaymer an Nummer 4 ins Rennen gegen den bis dahin punktlosen Dustin Johnson geschickt. Die Schlüsselposition war Kaymers Viererpartner Lee Westwood an Nummer eins gegen Steve Stricker zugedacht. Doch der sechsmalige Ryder-Cup-Routinier Westwood gab nach einer Führung bis zum 11. Grün das vermeintliche Schlüsselspiel gegen Woods-Partner Steve Stricker auf den letzten Löchern mit 2&1 noch aus der Hand.

Spannung bis zum Schluss

Tiger Woods (l.) und Steve Stricker vom Team USA. (Foto: AP Photo/Matt Dunham)

Tiger Woods (l.) und Steve Stricker vom Team USA

Als der Engländer Ian Poulter mit 5&4 gegen Matt Kuchar den ersten Konter setzte, kam Europa in Schwung. Begleitet von den "Europe, Europe"-Gesängen der außer Rand und Band geratenen Fans spielte sich der Gastgeber in die richtige Stimmung, um nach der 11,5:16,5-Pleite vor zwei Jahren in Kentucky den «Pott» zurückzuholen». Der Nordire McIlroy rettete gegen den 2009-British-Open-Sieger Stewart Cink mit dem Remis wenigstens einen halben Punkt am letzten Loch. Der Brite Luke Donald ergatterte ein "1 auf" gegen US-Routinier Jim Furyk. Der 46-jährige spanische Routinier Miguel Jiménez überraschte mit dem 4&3 gegen Bubba Watson. Tiger Woods konnte dann allerdings mit 5&3 gegen Francesco Molinari die USA wieder heranbringen. Woods sammelte nach seiner Auftaktniederlage im Vierer erstmals beim Ryder Cup drei Punkte und rechtfertigte seine Wild Card von US-Kapitän Corey Pavin. Im Schlussspurt war Europa aber nicht mehr zu halten. Der 39. Ryder Cup wird 2012 bei Chicago gespielt.

Autor: Calle Kops (mit sid,dpa)
Redaktion: Wolfgang van Kann