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Aktuell Europa

Europa ehrt Dalia Grybauskaite

Litauens Präsidentin hat eine der bedeutendsten Auszeichnungen Europas erhalten - den Internationalen Karlspreis. Gewürdigt werden damit ihre Verdienste um die europäische Einigung.

Dalia Grybauskaite sei eine herausragende Persönlichkeit im baltischen Raum, heißt es in der Begründung des Aachener Karlspreis-Direktoriums. Mit Mut und Augenmaß habe die frühere EU-Haushaltskommissarin Litauen aus der Wirtschaftskrise geführt und strebe jetzt mit ihrem Land - trotz aller Verunsicherung - die Aufnahme in die Eurozone an. Das sei eine "beispielgebende Entwicklung". Grybauskaite wirke zudem als Brückenbauerin der EU zu den östlichen Ländern, so die Preisverleiher.

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Karlspreis 2013 für litauische Präsidentin

Der Präsident des Europäischen Parlaments, Martin Schulz, würdigte Grybauskaite in seiner Laudatio als "Frau des offenen Wortes" und "außergewöhnliche Europäerin". Sie habe auf beispielhafte Weise ihre Tätigkeit bei der EU in Brüssel aufgegeben, um ihrem Land ihn einer schweren Wirtschaftskrise beizustehen. Die Auszeichnung ehre auch ein Volk, das "erhobenen Hauptes", mit Würde, Gelassenheit und Entschlossenheit einen dramatischen Konjunktureinbruch bewältigt und dabei unerschütterlich an der Idee von Europa festgehalten habe. Mit mehr Führungspersönlichkeiten wie Grybauskaite "hätten wir in der EU deutlich weniger Probleme", sagte Schulz.

Die litauische Präsidentin ist die 55. Trägerin des Internationalen Karlspreises, der erstmals 1950 vergeben wurde. Im vergangenen Jahr hatte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble die Auszeichnung erhalten.

Die Krisenmanagerin

Die Wirtschaftskrise sei keine Frage des Euro, hatte Grybauskaite unlängst in einem Interview mit der Deutschen Welle gesagt. "Man kann den Euro nicht dafür verantwortlich machen, wenn man selbst im eigenen Land außerstande ist, verantwortungsvolle politische Entscheidungen zu treffen." Es gehe darum, wie man ein Land managt, meinte die 57-Jährige. Das Problem der südeuropäischen Länder sei ein Mangel an Verantwortung. Die übernahm die Politikerin 2009, als sie mit 68 Prozent zur Staatschefin gewählt wurde. Die Lage in Litauen schien damals trostlos: Tiefe Rezession, mehr als 15 Prozent Arbeitslosigkeit, die Menschen gingen auf die Barrikaden, es gab Unruhen. Schon als EU-Haushaltskommissarin hatte Grybauskaite das Krisenmanagement der litauischen Regierung kritisiert.

Im zweiten Halbjahr 2013 kann Litauen in der Europäischen Union mit gutem Beispiel voranschreiten. Dann wird der baltische Staat die EU-Ratspräsidentschaft von Irland übernehmen.

wa/haz (dpa, kna, epd, afp)

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