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Filme

Europäischer Filmpreis für Sean Connery

"Pistole weg, ich bin schneller!" Als James Bond war Sean Connery eine Kanone. Heute ist er ein Sir, Charakterschauspieler und 50 Jahre im Dienst, nicht nur seiner Majestät. Dafür erhielt er den Europäischen Filmpreis.

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Still Going Strong: Sean Connery

Sean Connery wird 75

Sean Connery wurde am 3. Dezember bei der Filmpreis-Gala in der Treptower Arena vor rund 1200 Gästen mit dem Ehrenpreis ausgezeichnet, dem "European Film Academy Lifetime Achievement Award". In 70 Filmen hat er bisher mitgespielt, zum Beispiel in "Marnie" von Alfred Hitchcock oder "Mord im Orient-Express" von Sidney Lumet. Doch einen sterilen Oberklasse-Lebenslauf wie in seiner Rolle als 007 hat Connery nicht zu bieten – aber einen ebenfalls bemerkenswerten.

In Edinburgh geboren und in einfachen Verhältnissen aufgewachsen, verdingte sich Thomas Sean Connery bei der Marine, arbeitete als Sarg-Polierer, jobbte als Badehosen-Model und Rettungsschwimmer und kam schließlich zum Film. In Produktionen wie "Hell Drivers", "Tarzan's Greatest Adventure" oder "Another Time Another Place" machte Hobby-Gewichtheber Connery in den 1950er-Jahren eine sprichwörtlich gute Figur.

Bond und die Girls

Bond Girls

Wie sich die Bilder gleichen: Bond Girls Ursula Andress (1962) und Hale Berry (2002)

Der internationale Durchbruch kam 1962 mit "James Bond jagt Dr. No", der ersten von etlichen Ian-Fleming-Verfilmungen und Connerys erster Flirt mit einem "Bond-Girl", der ansehnlichen Ursula Andress. Gewandt und reaktionsschnell, charmant, aber durchaus auch grausam, so gestaltete Connery die Figur, die ein eigenes Genre begründete: den Bond-Film. Für Agent 007 war die Rettung der Welt beruhigenderweise nie ein Problem.

Auch mit 75 wird ihm noch jede Heldentat zugetraut. Als er ums Kinn herum wesentlich mehr Haare hatte als auf dem Kopf, wurde er zum erotischsten Mann der Welt gewählt. Mit das Beste an ihm entgeht den Deutschen übrigens - seine Stimme mit dem merkwürdig vernuschelten "sch" an Stellen, wo man eigentlich ein "s" erwarten würde. Auch die Stimme ist natürlich längst zur erotischsten der Welt gekürt worden ...

James Bond

James Bond, alias Sean Connery, mit Aston Martin im Kultfilm "Goldfinger" (1964)

Abgeordneter der Bahamas?

Was hält er davon? Man weiß es nicht. Es ist unter seiner Würde, zu solchen Dingen Stellung zu nehmen. Überhaupt äußert er sich nur noch selten. Am ehesten können ihn noch seine Freunde von der Scottish National Party zu einem Statement bewegen: Connery ist einer der größten finanziellen Förderer der Partei, die für ein unabhängiges Schottland kämpft.

Connery - Kilt

Auch im Röckchen ein gestandenes Mannsbild: Sean Connery

Der Mann, der als Commander Bond im Dienste Ihrer Majestät zu Weltruhm gelangte, ist der Krone also privat gar nicht treu, sondern arbeitet am Zerfall des Vereinigten Königreiches. "Scotland Forever" ist auf seinem Arm eintätowiert. Seine Vaterlandsliebe geht allerdings nicht so weit, dass er dafür schlechtes Golfwetter in Kauf nehmen würde. Den größten Teil des Jahres verbringt er unter südlicher Sonne, weshalb ihn seine politischen Gegner als "Abgeordneten von den Bahamas" verspotten.

Dass das weder die Queen noch Premierminister Blair fröhlich stimmt, kann man sich denken. Deshalb hat es auch so furchtbar lange gedauert, bis Connery vor fünf Jahren endlich in den Adelsstand erhoben wurde. Bezeichnenderweise ließ er sich dann nicht in London, sondern in der schottischen Hauptstadt Edinburgh zum Ritter schlagen. Er sei "schwer enttäuscht" gewesen, dass ihm die Ehrung nicht eher zuteil geworden sei, nörgelte er damals.

Connery - Der Name der Rose (514)

Der britische Schauspieler Sean Connery als Franziskanermönch William von Baskerville in dem Kinofilm "Der Name der Rose" von Jean-Jacques Annaud nach dem gleichnamigen Roman von Umberto Eco

Ärger mit den Ghostwritern

Seltsamerweise fühlt sich Connery oft ungerecht oder schlecht behandelt. Zuletzt kam er wegen eines Streits mit einem Nachbarn in New York (dort hat er auch eine Wohnung) in die Schlagzeilen. Seit zwei Jahren plant er seine Memoiren, aber jedes Mal, wenn ihm ein Ghostwriter nach monatelanger Arbeit erste Entwürfe vorlegt, feuert er ihn. Nach britischen Zeitungsberichten hat er das Projekt mittlerweile aufgegeben und seinen Vorschuss in Höhe von 1,5 Millionen Euro zurückgezahlt.

Die Ghostwriter sind nach eigenen Angaben in Ungnade gefallen, weil sie sich um eine zu wirklichkeitsnahe Darstellung des Heldendarstellers bemühten. Demnach fällt es ihm schwer, sich zu Fehlern und Schwächen zu bekennen. Seinen Fans ist er eigentlich schuldig, dass er diese Hemmungen noch überwindet.

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