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Wirtschaft

Europäische Verbraucherschützer helfen im EU-Binnenmarkt

EU-Bürger können problemlos in alle Mitgliedsländer reisen und dort einkaufen. Damit dies alles problemlos klappt, wurden Anlaufstellen für die Verbraucher eingerichtet. Heute gibt es 27 Europäische Verbraucherzentren.

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Shoppen über EU-Grenzen hinweg kann auch Probleme bringen

Ein besonderes Zentrum in diesem Verbund ist die Anlaufstelle an der deutsch-französischen Grenze in Kehl. Denn neben Deutschland hat auch Frankreich in Kehl - also auf deutscher Seite - sein Verbraucherzentrum im gleichen Haus angesiedelt. Hier telefoniert der Jurist Fabien Fédy beispielsweise mit Helsinki, wenn er sich noch einmal nach einem Fall erkundigen will, den er erst an die Kollegen in Finnland weitergeleitet hat.

Garantie, Umtausch oder Schlichtung

Das ist Alltag für den Franzosen, denn die Verbraucherexperten in Kehl befassen sich täglich mit den Problemen, die auftauchen, wenn Europäer in einem anderen Mitgliedsstaat einkaufen. Fragen nach der Garantie, Umtausch oder Schlichtung sind Tagesgeschäft in Kehl.

"Unsere Aufgaben sind recht vielfältig. Das fängt an bei der Information der Verbraucher über ihre Rechte im Binnenmarkt, speziell beim grenzüberschreitenden Einkaufen, bis hin zu speziellen Hilfestellungen im Streitfall, wenn denn mal was schief gegangen ist", sagt Jutta Gurkmann, die die deutsche Sektion leitet.

Missglückter Einkauf im Urlaub

Urlaub - BdT

Im Urlaub kauft so mancher gerne ein

Ein typischer Fall ist der deutsche Tourist, der im Griechenland-Urlaub eine Digitalkamera kauft, die schon wenige Tage nach der Rückkehr kaputt geht. Klappt der Umtausch nicht reibungslos, ist es für die Verbraucher oft schwer zu ihrem Recht zu kommen. Dabei hilft das Netzwerk von 27 Verbraucherzentren in ganz Europa. Auch Norwegen und Island sind dabei. Der deutsche Urlauber kann sich im Streitfall an die Verbraucherschützer in Kehl wenden, die dann ihre griechischen Kollegen kontaktieren und ihnen den Fall überweisen.

Das Netzwerk besteht bereits seit dem Vertrag von Maastricht. "Die Geschichte der Europäischen Verbraucherzentren fängt im Prinzip 1993 mit der Gründung des Binnenmarktes an. Damals war man sich ziemlich schnell darüber im Klaren, dass für das Funktionieren des Binnenmarktes das Vertrauen der Verbraucher darin ganz wichtig ist", sagt Gurkmann. Ansonsten würde der Verbraucher nicht grenzüberschreitend Einkaufen gehen.

Schub durch die EU-Erweiterung und Euro-Einführung

Mit der EU-Osterweiterung vor zwei Jahren sind neue Verbraucherzentren zum Netzwerk dazugekommen. Der Verbraucherschutz in den neuen Mitgliedsstaaten ist nach Angaben von Gurkmann gut. Die meisten Rechte haben Verbraucher in den skandinavischen Ländern. Die Euro-Einführung hat dem grenzelosen Geldausgeben im europäischen Binnenmarkt ebenfalls einen Schub gegeben. Bei damit verbundenen Problemen sind die Europäischen Verbraucherzentren die richtige Anlaufstelle. Die Juristen hier müssen mehrere Sprachen gut sprechen und sich im europäischen und anderen Rechtssystemen auskennen. Mit diesem Wissen streben die Verbraucherexperten außergerichtliche Lösungen an.

"Dafür, dass wir keine Zwangsmittel zur Verfügung haben, ist es doch erstaunlich, wie Unternehmen mit uns kooperieren und dann doch an einer guten Zusammenarbeit interessiert sind. Man kann natürlich nicht in 100 Prozent aller Fälle befriedigende Resultate erzielen, manchmal geht es dann eben doch vors Gericht. Aber dafür, dass alles freiwillig und außergerichtlich ist, kann man doch ganz zufrieden sein", meint der Jurist Felix Braun in Kehl.

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