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Kultur

Europäische Leichtathleten schwächeln in Helsinki

Die 10. Weltmeisterschaften der Leichtathleten in Helsinki (6.-14.8.) waren so verregnet wie selten eine Freiluftveranstaltung dieses Ranges. Und sie werden als "Festival der jungen Sieger" in die Geschichte eingehen.

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Fantastisches Publikum: die Finnen im Regen

Mit nur zwei Silbermedaillen hatte die deutsche Leichtathletik bei den Olympischen Spielen in Athen ihr Waterloo. Diese Talsohle wurde bei den Weltmeisterschaften in Helsinki verlassen. Einmal Gold, einmal Silber und dreimal Bronze standen am Ende in der deutschen Bilanz. In der Nationenwertung, zu deren Berechnung die ersten acht Plätze herangezogen werden, brachte die Bundesrepublik am Ende sogar einen sechsten Rang zustande.

Zu wenig deutsche Nachwuchstalente

Helsinki Leichtathletik-WM Deutschland Tobias Unger 200 Meter

200-Meter-Läufer Tobias Unger

Das ist zwar eine klare Steigerung im Vergleich zum elften Platz, den die deutschen Leichtathleten in Athen machten. Doch Grund zum Jubeln gibt es dennoch nicht: So war der Deutsche Leichtathletik-Verband mit dem kleinsten Team seit der Wiedervereinigung zur WM nach Helsinki gefahren: Die Deutschen waren somit in mehr als 15 Disziplinen von vornherein gar nicht erst vertreten.

Helsinki Leichtathletik-WM Deutschland Christina Obergföll Speer

Christina Obergföll setzt zum Europarekord an

Zwar machten einige jüngere deutsche Athleten mit ihren Leistungen in Helsinki durchaus Hoffnungen für die Zukunft - allen voran die Speerwerferin Christina Obergföll, der Sprinter Tobias Unger und der Kugelstoßer Ralf Bartels. Doch die deutschen Nachwuchstalente kann man leicht an einer Hand abzählen - und das in einer Zeit, in der sich der Deutsche Leichtathletik-Verband von einer ganzen Reihe verlässlicher Athleten aus Altersgründen verabschieden muss.

Ganz Europa schwächelt

Aber die deutsche Leichtathletik ist mit ihren Problemen in Europa nicht allein. Völlig am Boden liegt die einstige Leichtathletik-Großmacht Großbritannien. An dieser Einschätzung konnte auch das Marathon-Gold von Paula Radcliffe am letzten Tag der Leichtathletik-WM in Helsinki nichts mehr ändern. Auch Spanien und Italien sind längst nicht mehr so stark wie sie es einst waren. Lediglich Frankreich verzeichnet einen leichten Aufschwung.

USA sind die große Goldnation

Helsinki Leichtathletik-WM USA Staffel 4x400 Meter Gold

Die US-Männer-Staffel holte über 4x400 Meter Gold in Helsinki

Die großen Sieger von Helsinki waren zweifellos die USA: Nicht nur, weil sie am Ende im Medaillenspiegel mit 14 Titeln klar vorne lagen. Vor allem aber, weil sie es geschafft haben, die Dopingskandale der letzten Jahre hinter sich zu lassen.

Russischer Superstar Jelena Isinbajeva

Russland hielt mit sieben Titeln seinen Rang als zweite Leichtathletik-Nation der Welt - allerdings mit deutlichem Abstand zu den USA. Dafür hatten die Russen mit Stabhochspringerin Jelena Isinbajeva den Superstar der WM in ihren Reihen. Die 23-Jährige ist das Paradebeispiel eines Leichtathletik-Stars im Medienzeitalter. Sie bringt nicht nur ihre Leistung - mit 5,01 Metern stellte Isinbajeva ihren 18. Weltrekord auf -, sondern sie versteht auch das Spiel mit den Zuschauern und der Fernsehkamera.

China enttäuschte

BdT: Leichtathletik-WM Helsinki 2005: Die Russin Isinbajewa siegt mit Weltrekord im Stabhochsprung

Das russische Medien- und Sporttalent Jelena Isinbaeva

Von China hatten sicherlich viele vor der WM mehr erwartet, doch hier sind die Planungen vollständig auf die Olympischen Spiele 2008 ausgerichtet. Zudem gibt es in diesem Jahr in China auch die nationalen Provinz-Spiele, die für die chinesischen Athleten wichtiger als die WM in Helsinki sind.

Äthiopier rannten auf dritten Platz

Helsinki Leichtathletik-WM Kenia Benjamin Limo Gold über 5000 Meter

Der Kenianer Benjamin Limo trotzte über 5000 Meter der äthiopischen Konkurrenz

Unter den afrikanischen Ländern setzen sich die Äthiopier immer weiter ab: Über die Langstrecken führt an ihnen praktisch kein Weg vorbei. Kenia hatte zuletzt einen Aderlass zu verkraften, da kenianische Athleten mit dicken Schecks in andere Nationalmannschaften gelockt wurden. Auch deshalb hatten die Kenianer letztlich gegen die Äthiopier keine Chance. Äthiopien wurde Dritter im Medaillenspiegel.

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