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Alemannisch

Europäische Alemannen

Wo findet man den typischen Alemannen? Überall und nirgends! Die Alemannen sind eine große, über die Lande verstreute Familie. Aber egal, wo sie leben: Sie sind immer eng mit ihrer Heimat und ihrem Dialekt verbunden.

Wo soll man ihn nur suchen, den "Alemannen an sich"? Alemannen sind Badener, Elsässer, Schweizer, Liechtensteiner, Vorarlberger und Italiener. Ist der "Alemanne an sich" also bedächtig wie ein Schweizer und gleichzeitig impulsiv wie ein Italiener?

Gehört er zu denen, deren Sprache einst verboten war, wie in Frankreich, oder eher zu denen, in deren Sprache heute auch in den Fernsehnachrichten berichtet wird, wie in der Schweiz? Alemannen sind eine weit verzweigte Familie, in der jeder Zweig seine eigene Heimat, seine Eigenheiten und Vorzüge hat.

Ein Storchenpaar in seinem Nest

Zankapfel Elsass
Eine solche Heimat liegt im Elsass, einer Region in Frankreich an der Grenze zu Südwest-Deutschland. Im Osten wird sie durch den Rhein begrenzt, im Westen durch den Hauptkamm der Vogesen. Das gewachsene politische und kulturelle Zentrum der Region ist Straßburg, französisch Strasbourg. Die Region war jahrhundertelang zwischen Deutschland und Frankreich umkämpft.

Seit 1648 wechselte das Elsass immer wieder zwischen deutscher und französischer Herrschaft und gehört seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 zu Frankreich. Aus dem ewigen Zankapfel ist eine der Hauptstädte der europäischen Idee geworden: Straßburg ist Sitz des Europarates und des Europäischen Parlamentes.

Clevere Badener, fleißige Schwaben
Die engste Verbindung haben das Elsass und die dort lebenden Alemannen mit den Deutschen auf der anderen Seite des Rheins. Ein Straßburger kann sich in Freiburg auf dem Bauernmarkt problemlos in seinem gewohnten Dialekt verständigen, denn die Unterschiede zwischen dem Elsasserdytsch und dem Badischen sind minimal.

drei junge Mädchen in Schwarzwälder Tracht mit rotem Bollenhut

Wie das Elsass hat Baden ebenfalls eine bewegte Geschichte. Vom Großherzogtum entwickelte es sich zum eigenen Land und dann zum Teil des Bundeslandes Baden-Württemberg, das sich die Badener mit den Schwaben teilen. Badener und Schwaben leben das alte Sprichwort: "Was sich liebt, das neckt sich".

Im Badischen gilt der Schwabe zwar auch als fleißig, aber der Badener hält sich doch für cleverer: "Schwobe schaffet, Badener denket." Die Schwaben lassen sich da nicht lumpen und titulieren ihrerseits die Badenser als "Gelbfiassler" (Gelbfüßler): eine Bezeichnung, deren Ursprung sich nicht eindeutig klären lässt. Eindeutig ist sie aber beleidigend gemeint.

Funkenfeuer zum Austreiben des Winters

Schwyzerdytsch
Sehr zum Leidwesen der Badener scheren sich die Schweizer um das badisch-schwäbische Gezänk schlicht gar nicht. Für sie sind alle, die auf der anderen Seite der Grenze in Süddeutschland leben, einfach nur "d´Schwabe".

Die Schweizer genießen den Vorteil, dass ihre alemannische Mundart eben kein Dialekt ist, sondern die Landessprache. Hochdeutsch sucht man in Radio oder Fernsehen vergeblich – man spricht Schwyzerdytsch.

Eine alemannische Sprachinsel
Obwohl – eigentlich spricht man nicht überall Schwyzerdytsch. Die Baseler, ganz klar, sprechen nun mal Baseldytsch – den einzigen deutschschweizerischen Dialekt, der zum Niederalemannischen gehört. Und wie alle Mitglieder der alemannischen Sprachfamilie sind auch die Baseler stolz auf ihre Sprache.

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