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„Europäer, steht zu Euren Werten!“

Der Westen müsse mehr zu seinen Werten stehen, forderte der russische Autor Viktor Jerofejew. Auf einer DW-Veranstaltung in Leipzig diskutierte er mit dem ukrainischen Schriftsteller Andrej Kurkow über Worte und Werte.

Leipziger Buchmesse Andre Kurkow Ute Schaeffer

Viktor Jerofejew, Ute Schaeffer, Andrej Kurkow beim DW-Panel auf der Leipziger Buchmesse 2015

„Im Osten der Ukraine erleben wir einen Krieg zwischen Wertsystemen“, so Jerofejew. „Europäische Werte haben es bis Donbass geschafft.“ Zugleich habe sich eine nationale, archaische Wertekultur aus Russland ihren Weg gebahnt. Russland benutze die Orthodoxie für seine Ideologie, hob Andrej Kurkow hervor. Der Traum von Kiew als spiritueller Hauptstadt sei Teil dessen. „Russland braucht nicht Donbass, sondern Kiew. Es möchte die Ukraine nicht als Satellitenstaat, sondern als Teil des ‚russischen Königsreichs‘.“

Die beiden Autoren diskutierten am 13. März auf Einladung der DW im Rahmne der Leipziger Buchmesse vor rund 80 Gästen. „Nur ein Federgewicht im Dialog? Publizisten in der Ukraine und in Russland“ , so der Titel der Diskussion, die Ute Schaeffer, Deutsche Welle, moderierte.

Es gebe keinen Konflikt zwischen den Intellektuellen Russlands und denen der Ukraine. Auf beiden Seiten fänden sich demokratische und anti-demokratische Strömungen, waren sich beide Autoren einig. Die europäischen Werte würden jedoch zu schwach transportiert, so Jerofejew. „Mein Freund Boris Nemzow wurde ermordet. Er wusste, wofür er kämpfte, und wir wissen das auch“, so Jerofejew. „Sie hier in Europa müssen mehr zu Ihren Werten stehen“, forderte der Autor.

Auch die sowjetische Geschichte werde in der russsichen Propaganda instrumentalisiert, sagte Kurkow. „Junge Ukrainer akzeptieren das nicht, eher ältere Menschen, die noch Nostalgie für die sowjetischen Zeiten empfinden.“ In der Russsichen Föderation habe Putin die Unterstützung von 80 Prozent der Bevölkerung. „Er hat keinen Grund, friedlich zu liberalen Werten zu kommen“, so Kurkow, der ergänzte: „Dieser Konflikt ist sehr gefährlich.“

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Martina Bertram

T +49.228.429-2055 martina.bertram@dw.com