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Wirtschaft

Eurokrise erfreut Möbelbranche

In Köln findet in dieser Woche die Internationale Möbelmesse statt, das weltweit größte Treffen der Branche. Das Besondere an ihr: Sie profitiert von der Krise. Sorgen bereitet die Billig-Konkurrenz aus Asien.

Gubi Trendfarbe Blau. Fotorundgang auf der IMM Internationale Möbelmesse in Köln 2013. Foto: DW/Per Henriksen 14.01.2013 DW3_2364.jpg

Fotorundgang auf der IMM Internationale Möbelmesse in Köln 2013

Solche Sätze hört man selten: "Die Branche profitiert von der Angst der Verbraucher um die Stabilität des Euro.“ Gesagt hat das Thomas Grothkopp, er ist Hauptgeschäftsführer des Möbelfachhandelsverbandes (BVDM). Viele Konsumenten würden ihr Geld lieber für die eigenen vier Wände und für ein schönes Zuhause ausgeben, anstatt es zu geringen Zinsen den Banken zu überlassen. Die Folgen für die Branche: Der Absatz von Möbeln und Küchen "Made in Germany" steigt.

Fachkräfte werden knapp

Im Verlauf des Jahres 2013 soll hierzulande die Nachfrage nach Möbeln weiter steigen. Der Grund: Die Menschen haben wieder mehr Geld in der Tasche: Löhne steigen, Beiträge zur Sozialversicherung sinken, die Arbeitslosigkeit nimmt weiter ab und auch die Rentner bekommen mehr Geld. Dieser Zuwachs könnte neue Arbeitsplätze in der Branche schaffen. Allein im vergangenen Jahr seien 1300 neue Stellen entstanden. Schon werden in der deutschen Möbelindustrie qualifizierte Arbeitskräfte zur Mangelware, erklärte Jan Kurth vom Verband der deutschen Möbelindustrie (VDM). Nachwuchskräfte würden in einigen Berufen dringend gesucht. Derzeit beschäftigt die Branche rund 90.000 Menschen.

Aber nicht nur der Binnenmarkt entwickelt sich gut. Auch die Exporte haben einen wesentlichen Anteil am steigenden Absatz der Möbelunternehmen. Asien und Nordamerika werden immer wichtigere Absatzmärkte für die deutschen Hersteller. Mehr und mehr Möbel "Made in Germany" werden exportiert und seien bei den Kunden in diesen Regionen zunehmend beliebt, sagte VDM-Expertin Ursula Geismann.

China-Exporte sorgen für Konkurrenz

Wo viel Licht ist, gibt es natürlich auch Schatten. So werde der Wettbewerb mit den aus meist China stammenden Billigimporten immer härter, was zu einem aggressiveren Preiskampf führt. Fast jedes zweite verkaufte Möbelstück in Deutschland wird importiert, erläutert Dirk-Uwe Klaas, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der deutschen Möbelindustrie. Deutsche Konsumenten könnten beim Möbelkauf mit mehr Auswahl und günstigen Preisen rechnen, so Klaas.

Die neuesten Wohn- und Einrichtungstrends sind in dieser Woche auf der Internationalen Möbelmesse in Köln zu sehen. Sie gilt als weltweit größtes Branchentreffen. Über 1250 Unternehmen aus rund 50 Ländern sind dabei. Für das breite Publikum öffnet die Schau ihre Tore am Freitag (18.01.2012), davor ist die Messe den Fachleuten vorbehalten.

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