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Europa

Euro-Länder wollen ihre Währung verteidigen

Die Euro-Länder wollen die Finanzmärkte stärker regulieren, um Angriffe auf den Euro abzuwehren. Außerdem haben sie auf ihrem Gipfel in Brüssel den Notkrediten für Griechenland im Wert von 110 Milliarden Euro zugestimmt.

Merkel mit Pandreou und Sarkozy (Foto: AP)

Am Ende einig: Merkel mit Pandreou und Sarkozy

Europa sagt der Spekulation den Kampf an. Ein europaweiter Mechanismus soll künftig dafür sorgen, dass die Stabilität des Euro gesichert bleibt. Darauf haben sich die Euro-Länder am Samstagmorgen (08.05.2010) auf ihrem Sondergipfel in Brüssel geeinigt. Es sei nötig, sich "gegen Spekulationen zu wehren", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel nach dem Gipfel. "Der Euro ist ein entscheidendes Element Europas, wir können ihn nicht Spekulanten überlassen", sagte der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy.

Für die derzeitige Krise fanden die Gipfelteilnehmer drastischen Worte: Es gebe eine "weltweit organisierte Attacke gegen den Euro", so der luxemburgische Ministerpräsident und Euro-Gruppenchef Jean-Claude Juncker. "Der Euroraum muss geschlossen darauf reagieren", sagte er. Nicht nur Griechenland, Spanien, Portugal und Italien stünden "unter Angriff", sondern die gesamte Eurozone werde bedroht.

Stabiler Euro und strengere Haushaltsregeln

Demonstration (Foto: AP)

Die Sparpläne treiben viele Griechen auf die Straße

Wie die Stabilisierungsmaßnahmen im Einzelnen aussehen, sollen die Finanzminister der 16 Euro-Länder am Sonntag beschließen. Die EU-Kommission werde dazu Vorschläge machen, hieß es. Zur Öffnung der Märkte am Montag sollen die beschlossenen Maßnahmen dann in Kraft treten. "Wir werden den Euro verteidigen, was immer es kosten mag", sagte EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso nach dem Gipfel.

Gestärkt werden soll auch der Euro-Stabilitätspakt. Die Euro-Länder würden effektivere Maßnahmen ergreifen, wenn der Stabilitätspakt verletzt wird, kündigte EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy an. Außerdem müsse es mehr Transparenz bei den Finanzmärkten und den Rating-Agenturen geben.

Notkredite gebilligt

Gleichzeitig billigten die Staats- und Regierungschefs die Milliarden-Hilfe für Griechenland. Athen erhält demnach Notkredite im Wert von 110 Milliarden Euro. Die Euro-Länder beteiligen sich mit 80 Milliarden an dem Rettungspaket, die restlichen 30 Milliarden trägt der Internationale Währungsfonds (IWF). Aus Deutschland kommen 22,4 Milliarden Euro. Bundestag und Bundesrat hatten das entsprechende Gesetz am Freitag verabschiedet.

Autor: Dirk Eckert (afp, apn, dpa)

Redaktion: Herbert Peckmann

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