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Fußball

EURO 2012: Losglück oder Hammergruppe?

Gespannt schaut Fußball-Europa an diesem Freitag nach Kiew. Dort werden die Gruppen für die EM-Endrunde 2012 in Polen und der Ukraine ausgelost. Dem deutschen Team droht eine schwere Gruppe.

Das Stadion in Kiew, Finalort der EURO 2012 (Foto: dpa)

Das Ziel aller Träume

Deutschlands Miroslav Klose (vorn) jubelt nach seinem Treffer zum 2:0 gegen die Niederlande mit Thomas Müller. (Foto: dapd)

Müller, Klose und Co. hoffen auf eine glückliche Auslosung

Geht es nach ihrem traditionellen Losglück, dann darf die deutsche Fußball-Nationalmannschaft entspannt nach Kiew blicken. Dort wird am Freitag (02.12.2011) die Endrunde der Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine (8. Juni bis 1. Juli) ausgelost. Tatsächlich aber droht der DFB-Auswahl eine schwere Vorrundengruppe. Titelverteidiger und Weltmeister Spanien, Portugal und Frankreich könnten dem deutschen Team zugelost werden. Lediglich England, Italien und Russland kommen als Vorrundengegner nicht infrage, sie befinden sich neben der deutschen Mannschaft in Lostopf zwei. "Ich habe weder Wunschgegner noch Angstgegner. Wir wissen, dass alles möglich ist. Wir nehmen die Auslosung so, wie sie kommt", sagte Bundestrainer Joachim Löw.

Lostopf eins bilden die vier als Gruppenköpfe feststehenden Mannschaften. Neben den Gastgebern Polen und Ukraine sind dies außerdem die WM-Endspielgegner Spanien und die Niederlande. Aus dem dritten Topf drohen neben Portugal noch Kroatien, Griechenland und Schweden. Aus Topf vier sind Frankreich, Dänemark, Irland und Tschechien mögliche Gegner der Löw-Elf.

Topfavorit Deutschland

Für Franz Beckenbauer geht die deutsche Nationalmannschaft neben Spanien als Topfavorit ins Turnier. Doch der "Kaiser" hält eine leichtere Gruppe zunächst "für besser, damit man sich ins Turnier finden kann." DFB-Teammanager Oliver Bierhoff meinte hingegen, es könne auch ein Vorteil sein, "wenn man von Beginn an gleich voll gefordert wird." Klares Ziel der deutschen Mannschaft, die schon seit 1996 keinen EM- oder WM-Titel mehr gewinnen konnte, ist das Finale am 1. Juli 2012 in Kiew. "Wir wollen Europameister werden. Da müssen wir jeden schlagen", erklärte DFB-Kapitän Philipp Lahm.

Bastian Schweinsteiger (2.v.r.) feiert mit seinem Team (Foto: dpa)

Die deutsche Mannschaft hatte 2011 zumeist Grund zur Freude und reist als Topfavorit zur EM

Der Respekt vor dem jungen deutschen Team ist nach einer glänzenden EM-Qualifikation mit zehn Siegen in zehn Spielen und den beeindruckenden Erfolgen gegen die Niederlande (3:0) und Rekordweltmeister Brasilien (3:2) riesig. "Die Deutschen sind eines der besten Teams weltweit", erklärte der ukrainische Superstar Andrej Schewtschenko: "Alle elf Spieler sind untereinander perfekt vernetzt und hervorragend organisiert."

Vicente del Bosque, spanischer Nationalcoach, wünscht sich nicht unbedingt ein vorzeitiges Aufeinandertreffen mit dem DFB-Team. "Deutschland hat seinen ureigenen Charakteristiken wie Wettkampfhärte und Turniermannschaft nun auch die spielerische Qualität beigefügt", lobte er jüngst den Konkurrenten ebenso wie der niederländische Trainer Bert van Marwjick: Die Deutschen könnten "jetzt auch Fußballspielen. Das ist eine sehr starke Mannschaft, sie haben viel mehr Potenzial als wir."

Bundestrainer Löw warnte indes vor zu viel Euphorie: "Die EM-Endrunde wird ein hochkarätig besetztes und attraktives Turnier mit allen Topteams der UEFA-Setzliste: Leichte Spiele wird es deswegen sowohl in der Vorrunde als auch später in den K.o.-Spielen nicht geben."

DFB-Vorbereitungen vor Abschluss

Bundestrainer Joachim Löw sitzt lächelnd auf der Bank. (Foto: dapd)

Ein entspannter Bundestrainer

Der Bundestrainer denkt derweil schon an die folgenden Aufgaben bis zur Europameisterschaft. "Wir können die Verpflichtung der letzten zwei Länderspielgegner unmittelbar vor dem Turnier in Angriff nehmen", verdeutlichte Löw. Bisher steht nur ein Test gegen Frankreich am 29. Februar 2012 in Bremen fest. In der direkten Vorbereitung auf die EM im Mai sind dann neben den beiden Trainingslagern auf Sardinien und in Südfrankreich zwei weitere Spiele geplant.

Bei der EURO wird in acht Städten gespielt. Austragungsorte in Polen sind Warschau, Danzig, Posen und Breslau. In der Ukraine sind Kiew, Lwiw, Donezk und Charkow Spielorte. Die DFB-Elf hat sich als Quartier ein Hotel in der Nähe der Hafenstadt Danzig ausgesucht.

Für die 31 Spiele der Europameisterschaft vom 8. Juni bis 1. Juli 2012 stehen insgesamt rund 1,4 Millionen Eintrittskarten zur Verfügung. Die Preise bewegen sich zwischen 30 und 600 Euro. In einer ersten Verkaufsphase zwischen dem 1. und 31. März 2011 gingen auf der Internetseite der Europäischen Fußball-Union UEFA mehr als 12 Millionen Anträge ein. Ungefähr 500 000 Tickets wurden Ende April verlost und bereits vergeben. Vom 12. Dezember an, wenn also alle Partien und Spielorte für die jeweiligen Teams nach der Auslosung in Kiew an diesem Freitag feststehen, können Fans der EM-Teilnehmer über www.uefa.com Eintrittskarten für Partien ihrer jeweiligen Mannschaft beantragen.

Autor: Arnulf Boettcher (mit sid,dpa)
Redaktion: Wolfgang van Kann

Die Lostöpfe im Überblick:

Topf 1: Polen, Ukraine, Spanien, Niederlande

Topf 2: Deutschland, England, Italien, Russland

Topf 3: Portugal, Griechenland, Schweden, Kroatien

Topf 4: Dänemark, Frankreich, Irland, Tschechien

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