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Wirtschaft

Euphorie beherrscht die Börsen

Zum ersten Mal seit dem Höhepunkt der Finanzkrise hat der Leitindex der New Yorker Börse wieder die wichtige Marke von 10.000 Punkten überschritten. Börsen-Händler reagieren euphorisch und sprechen von einem Meilenstein.

Anzeigetafel an der New Yorker Wall Street (Foto: AP)

Erstmals seit einem Jahr über 10.000: Der Dow Jones-Index

Konkreten Anlass für den Sprung über die 10.000 Punkte-Marke beim Dow Jones gaben gute Geschäftszahlen. Sowohl die US-Großbank JP Morgan als auch der Chiphersteller Intel überraschten mit unerwartet guten Daten. Dazu positive Signale von der US-Wirtschaft - all das reichte aus, um den Dow Jones-Index der wichtigsten Industrieaktien am Mittwochabend (14.10.2009) auf einen Schlusstand von exakt 10.015,86 Punkten zu treiben.

Experten überwiegend zuversichtlich

Händler an der Wall Street (Foto: AP)

Händler reagierten euphorisch

Am Markt fielen die Kommentare zur aktuellen Entwicklung teilweise euphorisch aus. Der Sprung über die 10.000 Punkte-Marke sei zwar vor allem psychologisch wichtig, sagte ein Analyst. Er könne aber eine Art "Weckruf" für Investoren sein, die auf eine gute Gelegenheit zum Einstieg warten. Andere Experten sprachen gar von einem "entscheidenden Meilenstein" auf dem Weg nach oben. Es gab aber auch mahnende Stimmen, die angesichts der weiter bestehenden Probleme am Arbeits- und Immobilienmarkt vor Übertreibungen warnten.

US-Notenbank sieht "verhaltene" Erholung

Positive Nachrichten kamen auch von der Federal Reserve (Fed). Die US-Notenbank sieht die Wirtschaft der Vereinigten Staaten wieder auf Wachstumskurs. Das geht aus dem jüngsten Sitzungsprotokoll der Fed von Ende September hervor, das am Mittwoch veröffentlicht wurde. Die Arbeitslosigkeit geht demnach zurück, das Wachstum wird außerdem stärker ausfallen als bisher angenommen. Zuletzt hatte die Notenbank für das kommende Jahr ein Wachstum zwischen 2,1 und 3,3 Prozent vorausgesagt.

Während sich die Situation auf dem Immobilienmarkt langsam stabilisiere, laufe die Kreditvergabe der Banken weiterhin nur zögerlich. Auch die Konsumenten hielten sich weiter zurück, so dass die Erholung voraussichtlich "verhalten" verlaufen wird.

Zuwächse auch am deutschen Aktienmarkt

Händer an der Wall Street 1999 (Archivfoto: AP)

Das erste Mal: Am 29. März 1999 hatte der Dow erstmalig die 10.000er Marke geknackt

Die zuversichtlichere Stimmung in den USA hat auch die deutschen Börsen erfasst. In Frankfurt am Main legte der Deutsche Aktienindex Dax, der Papiere der 30 wichtigsten börsennotierten Konzerne umfasst, am Mittwoch um zweieinhalb Prozent auf 5854 Punkte zu und liegt damit weiterhin deutlich über seinen Tiefstständen während der Finanzkrise.

An der Wall Street hat der Dow Jones-Index seit seinem Tiefpunkt vor gut einem halben Jahr deutlich Boden gut gemacht. Am 9. März 2009 hatte der Index mit 6547 Punkten ein Zwölf-Jahres-Tief erreicht. Seither hat der Index um mehr als 50 Prozent zugelegt. Die anhaltenden Kursgewinne gelten als Signal, dass die Investoren den schlimmsten Teil der Finanz- und Wirtschaftskrise sowie der daraus resultierenden Rezession für überstanden halten.

Autor: Frank Wörner
Redaktion: Christian Walz