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Wirtschaft

EU will Schwarzwälder Schinken schützen

Agrarminister Schmidt sorgt mit Aussagen, dass der Schutz bestimmter regionaler Spezialitäten im Zuge des Freihandelsabkommens mit den USA kippen könnte, für Aufregung. Die EU-Kommission widerspricht.

Die EU-Kommission will in den Verhandlungen mit den USA über das Freihandelsabkommen TTIP regionale Spezialitäten wie den Schwarzwälder Schinken schützen. Mit Blick auf bestehende Siegel betonte ein Sprecher in Brüssel, die Wahrung dieser Herkunftsbezeichnungen sei eine der Hauptprioritäten der EU. "Wir haben nicht vereinbart und wir werden nicht vereinbaren, dass der Schutz unserer geografischen Angaben in Europa vermindert wird."

Zuvor hatte Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) betont, man könne nicht jede Wurst- und Käsesorte schützen, wenn man das Freihandelsabkommen mit den USA wolle. Verbraucherschützer, Lebensmittelbranche und Opposition warnten, den Schutz regionaler Spezialitäten aus Deutschland für TTIP aufzuweichen. "Wo Nürnberg, Thüringen, Schwarzwald drauf steht, soll auch genau das drin sein", verlangte Ex-Agrarministerin Renate Künast (Grüne).

Minister rudert zurück

Schmidts Sprecher stellte nach dem heftigen Protest klar: "Mit ihm wird es keine Nürnberger Rostbratwurst made in Kentucky geben." Es gehe vielmehr darum, dass im Rahmen der Verhandlungen mit den USA die europäischen Vorschriften zum Schutz traditioneller und regionaler Spezialitäten auch in Europa wieder ernster genommen werden. "Wo es geht, sollten sie aber auch entbürokratisiert werden."

Die Kennzeichnung regionaler Lebensmittel in der EU sollte auch nach Ansicht der Verbraucherzentralen verbessert werden - denn schon jetzt wird der Schinken zwar im Schwarzwald geräuchert, aber das verwendete Schweinefleisch kommt oft woanders her. "Ich glaube, die allermeisten Menschen können mit diesen drei Labels, die es gibt, nichts anfangen. Und Labels, die man nicht versteht, sind keine guten Labels", sagte der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands, Klaus Müller, im ZDF-"Morgenmagazin". Die EU müsse hier zuerst ihre Hausaufgaben machen. Müller fügte hinzu: "Aber dann müssten die Labels auch in einem Freihandelsabkommen Bestand haben."

ul/sti (dpa)