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Wirtschaft

EU will Emissionshandel auch über den Wolken

Neben den Autoherstellern müssen ab 2012 auch die Fluggesellschaften mit Klimaschutz-Auflagen rechnen. Die EU-Umweltminister sprechen sich dafür aus, den Luftverkehr in den Emissionshandel einzubeziehen.

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Die europäischen Umweltminister verständigten sich am Donnerstag (20.12.2007) in Brüssel darauf, Airlines ab 2012 in den Handel mit Verschmutzungsrechten einzubeziehen. Über den Emissionshandel im Flugverkehr soll - wie bereits in Industrie und Energiewirtschaft - der Ausstoß von umweltschädlichem Treibhausgas reduziert werden. Die EU will damit ihr Ziel erfüllen, den Kohlendioxid-Ausstoß bis 2020 um 20 Prozent zurückzufahren.

Ab 2012 könnten die Fluggesellschaften nur noch die Menge Kohlendioxid (CO2) an die Umwelt abgeben, zu der sie mit Zertifikaten berechtigt sind. Auf diese Weise sollen Unternehmen einen wirtschaftlichen Anreiz bekommen, in umweltfreundliche Technologien zu investieren. Wenn ein Anbieter mehr klimaschädliches Abgas emittieren will, muss er dafür Zertifikate an der Börse kaufen. Senken die Airlines dagegen etwa mit modernen Flotten den Ausstoß, könnten sie mit dem Verkauf von Emissionsrechten Geld verdienen.

USA drohen mit Klage

Der Emissionshandel ist dann für alle Fluglinien verpflichtend, die in der EU starten oder landen. Betroffen von den EU-Plänen sind also auch Airlines aus nicht-europäischen Ländern, die Europa anfliegen. Die USA drohen bereits mit einer Klage vor der Welthandelsorganisation WTO, auch China und der internationale Luftverkehrsverband IATA haben Protest eingelegt.

Eine Sonderbehandlung der Flüge von Regierungsmitgliedern sowie von "regierenden Monarchen und ihren Familienangehörigen" ist gestrichen. Ausnahmen gelten nur für Gesellschaften, die eine Grundversorgung auf Inseln wie Azoren oder Kanaren sicherstellen.

Der Richtlinie muss noch das Europäische Parlament zustimmen, das die Fluggesellschaften allerdings schon ab 2011 zum Emissionshandel verpflichten wollte. (kas)

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