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Aktuell Europa

EU will Aufklärung zu Ebola-Ansteckung

Nach der Ebola-Infektion einer Pflegerin in Madrid ist deren Ehemann unter Quarantäne gestellt worden. Weitere Infektionen können nicht ausgeschlossen werden. Die EU-Kommission verlangt Aufklärung.

Grundsätzlich seien weitere Ebola-Fälle nicht auszuschließen, teilten die spanischen Gesundheitsbehörden mit. "Die Wahrscheinlichkeit von Infektionen ist gering, aber sie existiert", hieß es in Madrid. Die Behörden erstellten eine Liste mit den Personen, die mit der an Ebola erkrankten Pflegerin Kontakt hatten.

Drei weitere Verdachtsfälle in Madrid

Als einer der Ersten, wurde ihr Ehemann bereits unter Quarantäne gestellt. Auch eine weitere medizinische Fachkraft und eine Reisende aus einem der westafrikanischen Ebola-Gebiete befinden sich im Krankenhaus, wie die behandelnde Klinik mitteilte.

Ambulanzwagen (Foto: Reuters)

Sanitäter in Spezialanzügen brachten die Pflegerin Montagfrüh ins Krankenhaus

Erstmals Infektion in Europa

Die Infektion der Pflegerin ist der erste registrierte Fall einer Übertragung des gefährlichen Erregers innerhalb Europas. Die 40-Jährige gehörte zu einem Team von rund 30 Personen, die zwei spanische Missionare pflegten, die nach ihrer Rückkehr aus Westafrika an Ebola gestorben waren. Die Frau hatte nach Angaben der Behörden bereits seit einer Woche leichtes Fieber gehabt. Die Mediziner hatten dem aber zunächst keine Bedeutung beigemessen.

Suche nach Schwachstellen

Das spanische Gesundheitssystem müsse auf mögliche Schwachstellen beim Umgang mit Ebola überprüft werden, verlangte die EU-Kommission. Brüssel habe Spaniens Gesundheitsminister aufgefordert, für "Aufklärung" zu sorgen, sagte ein Kommissionssprecher. Es sei "offensichtlich, dass es irgendwo ein Problem gibt." Der Sprecher verwies darauf, dass alle EU-Staaten wegen der Ebola-Epidemie zur Einführung verlässlicher und abgestimmter Verfahren aufgefordert waren, um eine Ausbreitung des Virus in Europa zu verhindern.

An dem Ebola-Erreger, der über Körperflüssigkeiten übertragen wird, sind in Westafrika bereits mehr als 3400 Menschen gestorben. Neben Liberia sind insbesondere Sierra Leone und Guinea von der Epidemie betroffen.

uh/cr (dpa,afp,rtr)