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Asien

EU verstärkt Katastrophenhilfe für Südostasien

Südostasien und der Pazifik gehören zu den am häufigsten von Naturkatastrophen betroffenen Regionen der Welt. Seit Jahren unterstützt die EU die Katastrophenhilfe in der Region. Jetzt werden neue Gelder bereit gestellt.

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Westliche Hilfslieferungen für die Bebenopfer auf Sumatra

Das Anliegen ist klar: Europa will Asien verstärkt dabei helfen, mit den verheerenden Folgen von Naturkatastrophen und des Klimawandels fertig zu werden. Unter anderem stellt die Europäische Kommission in einem neuen Aktionsplan für Südostasien über die kommenden zwei Jahre weitere zehn Millionen Euro bereit.

Damit soll den Menschen vor Ort soll dabei geholfen werden, sich besser auf Katastrophen vorzubereiten. Verantwortlich für einen besseren Schutz seien natürlich auch die Regierungen, so die Europäische Kommission. Vietnam zum Beispiel habe große Fortschritte gemacht, meint David Verboom, Chef des für Ost- und Südostasien und den Pazifik zuständigen Regionalbüros für humanitäre Hilfe in Bangkok.

Verantwortung der Regierungen im Katastrophenfall

Satellitenfoto des Zyklons Nargis 2008 (Foto:dpa)

Die Zyklone in Südostasien nehmen an Stärke zu

"Wenn die Zyklone aus Richtung des südchinesischen Meeres kommen, ist Vietnam das erste Land, das betroffen ist. Daher setzt die vietnamesische Regierung mehr und mehr daran, die Regularien im Bauwesen zu verbessern. Unter anderem soll dafür gesorgt werden, dass Häuser in höher gelegenen Gebieten gebaut werden", führt Verboom aus, der Vietnam kurz nach dem Tropensturm "Ketsana" besucht und sich vor Ort über die Maßnahmen zum Katastrophenschutz informiert hat.

Auch dafür, dass offensichtlich rechtzeitig vor dem Desaster gewarnt worden war, findet Verboom lobende Worte: "Die Warnungen wurden im ganzen Land ausgesprochen und die Menschen waren entsprechend vorbereitet. Vor dem Sturm sind 370.000 Menschen evakuiert worden."

Arme sind am schwersten vom Klimawandel betroffen

Birmanische Kinder warten auf die Verteilung von Lebensmitteln (Foto:ap)

Gerade die einfache Bevölkerung steht nach Naturkatastrophen oft vor dem Nichts

Doch Opfer gibt es in den meisten Fällen trotzdem – vor allem, weil sich die Naturkatastrophen häufen und immer verheerender werden. Das liegt nach Meinung von Experten im Klimawandel begründet. Auch sei klar, wen es in den meisten Fällen zuerst trifft: "Die Ärmsten, die nichts dafür können oder nur eine sehr minimale Verantwortung für diese Krise tragen, sind fast immer die ersten, die betroffen sind", sagt Dorothy Grace Guerrero von der Nichtregierungsorganisation "Focus on the Global South". "Wir haben es doch erst jüngst wieder bei all den Taifunen, Erdbeben und Tsunamis gesehen, welche die Region heimgesucht haben." Die arme Bevölkerung habe keine Versicherungen im Katastrophenfall. "Stattdessen haben diese Menschen alles verloren und die größten Schwierigkeiten, sich das bisschen an Besitz, den sie einmal hatten, wieder aufzubauen."

Immer wieder kommt es vor, dass Regierungen völlig überfordert sind, wenn eine Naturkatastrophe ihr Land überzieht. Zuerst hatte der Tropensturm "Ketsana" die philippinische Hauptstadt Manila und die umliegenden Regionen unter Wasser gesetzt. Viele Betroffene hatten sich über die zu späte oder ungenügende Hilfe durch die Regierung beschwert. Und nur kurze Zeit später verwüstete der Taifun "Parma" weitere Landstriche.

Aufklärung muss so früh wie möglich anfangen

Tsunami-Warnschild auf den Philippinen (Foto:ap)

Auf den Philippinen weisen Tsunami-Warnschilder den Weg zu sicheren Plätzen

Gerade in dem von Katastrophen schwer gebeutelten philippinischen Inselreich hätten die Behörden wachsamer sein müssen, sagen Kritiker. Auch sollte die Aufklärung über Klimawandel und Katastrophenschutz schon in den Schulen anfangen. Das sei vor allem für ein Land wie die Philippinen wichtig, so Patrick Fox von der Internationalen Föderation des Roten Kreuzes und Roten Halbmonds: "Zwischen sieben und siebzehn Taifune treffen die Philippinen im Durchschnitt jedes Jahr. Somit ist das nichts Neues. Allerdings trägt der Klimawandel dazu bei, dass jede einzelne der Katastrophen immer verheerender wird", erklärt Fox.

In erster Linie gehe es darum, Leben zu retten. Es sei für die Menschen wichtig zu lernen, wohin sie im Katastrophenfall flüchten könnten und wie sie sich verhalten müssten. "Diese erzieherischen Maßnahmen und Informationen für die Bevölkerung müssen immer wieder aktualisiert werden", so Fox weiter, "das darf nicht etwas sein, das man in dem einen Jahr durchführt und im nächsten gleich wieder vergisst."

Umweltschützer und Nichtregierungsorganisationen fordern darüber hinaus noch etwas anderes: Dass man beim Thema Klimawandel verstärkt die traditionellen Kenntnisse von Ureinwohnern und von ethnischen und religiösen Minderheiten berücksichtigt. Denn diese würden Ressourcen wie Wälder und Seen als ein Gut ansehen, das nicht nur ihrer Generation allein gehöre – sondern auch ihren Nachkommen.

Autorin: Nicola Glass
Redaktion: Thomas Latschan