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Europa

EU-Truppe für Tschad steht

EU-Soldaten sollen ab Februar in den Tschad, um Flüchtlinge aus der benachbarten sudanesischen Provinz Darfur zu beschützen. Bisher mangelte es an Personal. Nun hat Frankreich noch einmal aufgestockt.

Menschen mit Maultieren, im Hintergrund Bäume (Quelle: AP)

Darfur-Flüchtlinge erreichen die Grenze zum Tschad

Die EU hat endlich genug Soldaten und Helikopter für den Einsatz einer Friedenstruppe im Tschad und in der Zentralafrikanischen Republik zusammen. "Die Militärplaner glauben, dass sie jetzt haben, was wir brauchen", verlautete am Freitag nach einer Truppenstellerkonferenz in Brüssel aus dem Generalsekretariat des EU-Ministerrats. Vor allem Frankreich stockte seinen Beitrag noch einmal erheblich auf und sagte rund zehn Hubschrauber zu, um den bereits um Monate verzögerten Einsatz zu retten.

Auch Irland, dessen Generalmajor Pat Nash als Kommandeur der Truppe vorgesehen ist, betrachtet die Mission nun als gesichert. "Es hat länger gedauert als erwartet, aber nun sind wir zu einer erfolgreichen Lösung gelangt", erklärte der irische Verteidigungsminister Willie O'Dea in Dublin. Die EU-Außenminister könnten Ende Januar nun endlich den offiziellen Startschuss für die Truppe geben, die eigentlich schon seit November vor Ort sein sollte. Anfang Februar könnte die Stationierung beginnen.

Paris stellt größtes Kontingent

Paris wird etwa die Hälfte der insgesamt 3.500 Mann starken Truppe stellen, teilte eine Sprecherin des französischen Außenministeriums in Brüssel mit. Zudem werde man etwa zehn Hubschrauber bereitstellen. Frankreich übernimmt auch die Leitung der in Zentralafrika sehr komplizierten Logistik für den Einsatz – also unter anderem die Organisation von Benzinlieferungen und weiterem Nachschub.

Bewaffneter Soldat in Uniform neben einem Jungen (Quelle: AP)

Ab Februar sollen die EU-Soldaten im Tschad eingesetzt werden

Neben Frankreich stellten auch Polen und Belgien weitere Soldaten oder Transportmittel in Aussicht. Warschau will nach Angaben eines polnischen Diplomaten seinen Beitrag von 350 auf 400 Soldaten aufstocken und zusätzlich zwei Hubschrauber zur Verfügung stellen. Belgien erwägt die Bereitstellung eines Flugzeugs, eine belgische Diplomatin betonte indes, es sei noch nichts entschieden. Vor der Truppenstellerkonferenz war der Mehrbedarf auf 800 Soldaten und mindestens zehn Hubschrauber beziffert worden.

Russische Hilfe möglich

Russland und die Ukraine erklärten, sie wollten die Bereitstellung von Hubschraubern und Transportflugzeugen prüfen. "Wir gehen davon aus, dass das auch geschehen wird", sagte ein EU-Diplomat. Frankreich versicherte den Angaben zufolge, es werde nach bilateralen Kontakten mit Moskau und Kiew das dann möglicherweise noch fehlende Material bereitstellen.

Neben Frankreich, Polen, Belgien und Irland wollen auch Schweden, Österreich und Spanien Soldaten entsenden. Deutschland beteiligt sich lediglich mit vier Offizieren in der Pariser Kommandozentrale. Nach französischen Medienberichten ist Paris darüber äußerst verärgert.

Marschbefehl Ende Januar

Die Truppe soll ab Anfang Februar vor allem im Tschad für Sicherheit sorgen. Die EU-Außenminister sollen bei einem Treffen am 28. Januar in Brüssel die Entsendung der Truppe offiziell beschließen. Unmittelbar danach sollen die ersten Einheiten in Marsch gesetzt werden.

Der Tschad und die Zentralafrikanische Republik grenzen an die sudanesische Krisenprovinz Darfur an. In der Region haben mehr als 200.000 Vertriebene aus Darfur Zuflucht gesucht. Hinzu kommen 170.000 Binnenflüchtlinge, die wegen der Kämpfe zwischen Streitkräften und Rebellen im Tschad selbst ihre Heimat verloren. Die Spannungen zwischen dem Sudan und dem Tschad haben in den vergangenen Wochen zugenommen. (rri)

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