EU-Strafen gegen deutsche Autozulieferer | Wirtschaft | DW | 21.02.2018
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Kartellstrafen

EU-Strafen gegen deutsche Autozulieferer

Die EU brummt Bosch, Continental und anderen Autozulieferern wegen illegaler Absprachen Millionenstrafen auf. EU-Wettbewerbskommissarin Vestager zeigt sich entschlossen, auch künftig empfindliche Strafen zu verhängen.

Die EU-Kommission hat die deutschen Autozulieferer wegen der Bildung illegaler Kartelle bestraft. Demnach war Bosch an drei unterschiedlichen Kartellen beteiligt. So soll sich der Stuttgarter Konzern mit den beiden japanischen Konkurrenten Denso und NGK zwischen den Jahren 2000 und 2011 auf dem Markt für Zündkerzen abgesprochen und auch Preise abgestimmt haben. Dafür verhängte die Brüsseler Behörde eine Geldbuße von 76 Millionen Euro, knapp 46
Millionen davon gegen Bosch.

Weitere 75 Millionen Euro Geldbuße verlangen die Wettbewerbshüter von Bosch und dem Hannoveraner Zulieferer Continental, weil sie sich bei Angeboten von Bremssystemen für Daimler, BMW und Volkswagen abgesprochen haben sollen. Das Unternehmen TRW bekam eine mögliche Strafe erlassen, weil es den Fall aufgedeckt hatte. 

Weitere Entscheidungen stehen aus

Insgesamt 395 Millionen Euro verlangt die EU-Kommission von vier Seetransportunternehmen, die Autos, Lastwagen und andere Fahrzeuge für Im- und Export über die Weltmeere verschiffen. Betroffen sind laut Vestager die chilenische CSAV, die japanischen Unternehmen K Line, MOL und NYK sowie die norwegisch-schwedische Firma WWL-EUKOR. In dem Fall bekam MOL als Kronzeuge die Strafe erlassen. Alle Unternehmen hätten ihre Beteiligung eingeräumt und einem Vergleichsverfahren zugestimmt, sagte Vestager. Die Geschädigten bei den Kartellabsprachen seien zunächst die Autohersteller, die zu hohe Preise zahlen müssten. "Aber das könnte auch an den Endverbraucher
weitergegeben werden", sagte die Kommissarin und kündigte weitere Entscheidungen an: "Wir sind noch nicht fertig." 

Auch die Ermittlungen wegen des möglichen deutschen Autokartells seien noch nicht abgeschlossen.
Der "Spiegel" hatte im Sommer über angebliche Absprachen zwischen VW, Audi, Porsche, BMW und Daimler über Technik, Kosten und Zulieferer berichtet. Die EU-Kommission prüft Hinweise dazu. Die jetzt verhängten Kartellbußen haben damit nach Vestagers Angaben nichts zu tun. Dennoch zeigten die erlassenen Beschlüsse, "dass wir wettbewerbswidriges Verhalten, das den europäischen Verbrauchern und Unternehmen schadet, nicht tolerieren", so Vestager.

tko/nm/rb (rtr, dpa)

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