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Aktuell Asien

EU stockt Hilfe für Nepal auf

Mehr als eine Woche nach dem schweren Erdbeben in Nepal werden nach Angaben der Polizei noch immer zahlreiche Menschen vermisst, darunter 112 Ausländer. Auf einer Liste der Behörde stehen auch sieben Deutsche.

In der Touristenregion Langtang (Artikelbild) wurden derweil unter einem riesigen Erdrutsch bis Montag 57 Leichen geborgen, darunter waren sieben Ausländer. Nur zwei von ihnen konnten zunächst identifiziert werden: ein Franzose und ein Inder. "Es kann gut sein, dass dort mehr als 200 Menschen verschüttet wurden, darunter viele Ausländer", sagte der Distriktbeamte Gautam Rimal. In dem Gebiet werden auch zwei 20-Jährige aus Lehrte bei Hannover vermisst.

Noch nicht alle Deutschen gefunden

Zur Identifizierung möglicher deutscher Opfer schickt das Bundeskriminalamt zehn Experten nach Kathmandu. "Ziel des Einsatze ist es, die Situation vor Ort im Hinblick auf deutsche Opfer weiter aufzuklären, um Angehörigen möglichst schnell Gewissheit zu verschaffen", teilte die Behörde in Wiesbaden mit.

Bei dem Beben den Stärke 7,8 am 25. April waren mehr als 7200 Menschen ums Leben gekommen. Die Zahl dürfte weiter steigen, da noch nicht alle Regionen erreicht wurden. Unter den bisher gefundenen Toten waren nach Auskunft der Tourismusbehörde 52 Ausländer.

Mehrere Deutsche, die nach der Katastrophe in unwegsamem Gelände festsaßen, wurden am Montag mit einem Hubschrauber ausgeflogen. Das teilte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin mit. Zur genauen Zahl der Betroffenen sowie zum Ort machte er keine Angaben. Die Zahl der Deutschen, die noch vermisst werden, liegt demnach im niedrigen zweistelligen Bereich. "Wir können leider nicht ausschließen, dass sich die Zahl der deutschen Todesopfer in den nächsten Tagen noch erhöhen wird", sagte der Sprecher.

Europa stellt 40 Millionen Euro Hilfsgelder bereit

Unterdessen hat die Europäische Kommission ihre finanzielle Unterstützung für Nepal massiv aufgestockt. Die direkte Nothilfe für das Land werde auf sechs Millionen Euro verdoppelt, sagte EU-Entwicklungskommissar Christos Stylianides in Brüssel.

Zudem ziehe die Kommission die im Laufe des Jahres vorgesehene Auszahlung von direkter Finanzhilfe an die nepalesische Regierung in Höhe von 16,6 Millionen Euro auf diese Woche vor. Damit stünden Nepal von EU-Seite insgesamt 22,6 Millionen Euro zur Bewältigung der Erdbebenschäden zur Verfügung. Einschließlich der Gelder einzelner Mitgliedsstaaten belaufe sich die Unterstützung aus der EU inzwischen auf rund 40 Millionen Euro. Die Bundesregierung hat rund 2,5 Millionen Euro bereitgestellt.

Helfer im Rennen gegen die Zeit

Die Helfer in Nepal befänden sich "in einem Rennen gegen die Zeit", weil nun die Monsun-Zeit bevorstehe, sagte Stylianides, der vergangene Woche ins Krisengebiet gereist war. Zusammen mit der UN-Kinderhilfsorganisation UNICEF schicke die EU nun auch zwei Flugzeuge mit Hilfsgütern nach Kathmandu, von denen eines noch am Montag ankommen werde.

Entwicklungskommissar Neven Mimica sagte, neben der Nothilfe sei auch die Konzentration auf die Bewältigung der längerfristigen Folgen notwendig, um das Land wirksam zu unterstützen. Die EU prüft demnach, wie bereits für Nepal im EU-Haushalt vorgemerkte Gelder von 360 Millionen Euro bis zum Jahr 2020 nun teilweise früher eingesetzt werden könnten, um den Wiederaufbau von Schulen, Straßen und der Wasserversorgung zu unterstützen.

gmf/uh (afp, dpa, epd, rtr)

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