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EU-Flüchtlingspolitik

EU-Staaten nehmen Türkei mehr Flüchtlinge ab als vereinbart

Einem Bericht der "Bild"-Zeitung zufolge übernimmt die EU fünfmal mehr Migranten als im Flüchtlings-Deal mit Ankara vereinbart. Zu verdanken hat die Türkei diesen Umstand der langsamen Bürokratie in einem Nachbarland.

Die Integration von Flüchtlingen in der Türkei (DW/D. Cupolo)

Syrischer Junge in einem Flüchtlingscamp im Süden der Türkei

Seit Inkrafttreten der Vereinbarung zwischen der EU und der Türkei am 20. März 2016 sind rund 1200 Migranten in die Türkei zurückgeschickt worden, die über die Türkei auf die griechischen Inseln gelangt waren, berichtet die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf neue Zahlen der EU-Kommission.

Im gleichen Zeitraum haben die EU-Staaten aber mehr als 6200 Syrer aus der Türkei auf bisher 15 EU-Länder verteilt. Mehr als ein Drittel von ihnen kam nach Deutschland.

Besseres Ende für die Türkei

Eigentlich sah der zwischen Brüssel und Ankara geschlossene Flüchtlings-Deal ein 1:1-Verfahren vor: Für jeden von den griechischen Inseln in die Türkei rückgeführten Syrer werde ein anderer Syrer aus der Türkei in der EU neu angesiedelt, heißt es in der Vereinbarung.

Als Hauptursache für den schleppenden Rücktransport von Flüchtlingen von den griechischen Inseln in die Türkei nennt der Bericht der EU-Kommission die "langsamen" Asylverfahren in Griechenland. Die aus der Türkei ankommenden Flüchtlinge können in Griechenland zwar Asyl beantragen, doch ihre Verfahren werden häufig nicht schnell genug bearbeitet.

Ein Großteil der abgelehnten Asylbewerber legt gegen den Negativ-Bescheid Widerspruch ein. Allerdings fällten die griechischen Asyl-Berufungskommissionen pro Woche im Schnitt nur 47 Entscheidungen, heißt es in dem EU-Bericht. Das sei auch eine Ursache für die Überfüllung der Flüchtlingslager auf den griechischen Inseln. Dort kämen auf die knapp 7500 Plätze derzeit knapp 14.000 Flüchtlinge.

mak/stu (dpa, KNA)