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Fokus Osteuropa

EU-Staaten: Gemeinsame Visavergabe in Moldova

Das Pilotprojekt beschloss die Europäische Kommission letztes Jahr. Damit soll die Vergabe von Visa an moldauische Bürger vereinfacht werden. Am Zentrum beteiligen sich vier Länder, weitere haben Interesse bekundet.

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Chisinau mit neuer Visaregelung zufrieden

Am 25. April ist in Chisinau das gemeinsame Zentrum zur Ausgabe von Einreisevisa von vier EU-Ländern eröffnet worden, die in der Republik Moldau über keine eigene Konsularvertretung verfügen. Dabei handelt es sich um Ungarn, Österreich, Lettland und Slowenien. Eingerichtet wurde das Zentrum an der ungarischen Botschaft. An der feierlichen Eröffnung nahm der Vizepräsident der Europäischen Kommission, Franco Frattini, teil. Gerade die Europäische Kommission war es, die entschieden hatte, ein solches Zentrum einzurichten, um die Ausstellung von Visa für moldauische Bürger und in der Republik Moldau legal lebende Ausländer zu erleichtern. Von nun an müssen sich die Antragsteller nicht mehr an die Botschaften Österreichs, Ungarns, Lettlands oder Slowenien in Rumänien oder in der Ukraine wenden, wodurch sie Zeit und Geld sparen.

Visum für ein Visum

Am Mittwochmorgen (25.4.) war das Zentrum der moldauischen Hauptstadt für den Verkehr gesperrt. Den Boulevard Stefan cel Mare, wo sich die ungarische Botschaft befindet, durften nur die Wagenkolonnen der zahlreichen Gästen befahren, die zur feierlichen Eröffnung geladen waren. Dies ärgerte die moldauischen Autofahrer allerdings nicht, denn viele von ihnen kennen selbst die Probleme, die es bei der Beantragung eines Visums für die Länder der Europäischen Union gibt.

Die im Stau steckengebliebene Einwohnerin von Chisinau, Olga Morosowa, berichtete der Deutschen Welle, wie sie noch vor kurzem in der Schlage vor der rumänischen Botschaft in Chisinau stand, um dann nach Bukarest zu reisen zu können, wo sie schließlich ein Visum für Norwegen bekommen solle: "Ich bin der Meinung, dass dies sehr kompliziert ist. Weil es hier nicht alle Botschaften gibt, muss man in ein anderes Land fahren, für das man erst ein vorläufiges Visum braucht, um dann dort ein weiteres Visum zu bekommen. Wenn ich also im Mai für eine Woche irgendwohin verreisen möchte, dann muss ich dies drei bis vier Monate vorher vorbereiten."

"Historisches Ereignis"

Die Eröffnung des gemeinsamen Zentrums zur Visavergabe bezeichnete der moldauische Präsident Vladimir Voronin als "historisches Ereignis von gewaltiger Bedeutung". Während der Eröffnungsfeier sagte er, es sei der Tag gekommen, auf den die moldauischen Bürger lange gewartet hätten. Für sie würden sich nun die Türen in die europäischen Länder öffnen. Ihre Türen für moldauische Bürger öffnen Ungarn, Österreich und Slowenien. Gerade diese drei Länder nehmen von Anfang an am Projekt der Europäischen Union teil. Später schloss sich Lettland dem Projekt an. Ab Mai sollen auch Visa für Reisen nach Dänemark in dem gemeinsamen Zentrum ausgestellt werden. Dem Projekt möchte inzwischen auch Estland beitreten.

Julia Semjonowa, Chisinau
DW-RADIO/Russisch, 25.4.2007, Fokus Ost-Südost

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