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Politik

EU-Mission vereitelt mehrere Piratenangriffe vor Somalia

Die EU-Mission hat neue Piratenangriffe im Golf von Aden abgewehrt. Es war bereits die vierte Attacke vor der Küste Somalias im neuen Jahr. Drei Schiffe wurden gerettet, eines dagegen gekapert.

Somalische Piraten, die die Mannschaft eines chinesischen Fischerbootes bewachen (Quelle: dpa)

Somalische Piraten auf einem chinesischen Fischerboot (Archivbild)

Die europäische Anti-Piraten-Mission hat am Freitag (02.01.2009) die Kaperung eines griechischen Öltankers mit 22 Besatzungsmitgliedern verhindert. Die "Kriti Episkopi" wurde am Morgen vor der somalischen Küste von drei Schnellbooten angegriffen. Die Besatzung rief daraufhin die EU-Mission "Atalanta" zu Hilfe, an der auch die Deutsche Marine beteiligt ist.

Ein Flugzeug und ein Helikopter der Mission konnten die Seeräuber zum Rückzug zwingen, wie das griechische Seefahrtsministerium mitteilte. Welche Einheiten genau an der Aktion teilnahmen, wurde nicht bekannt.

Festgenommene an somalische Behörden übergeben

Der gescheiterte Überfall auf den griechischen Tanker war bereits der vierte im neuen Jahr. Ein französisches Kriegsschiff vereitelte am Neujahrstag einen Angriff im Golf von Aden. Die "PM L'Her" fing zwei Schnellboote mit acht somalischen Seeräubern ab, die ein Frachtschiff aus Panama kapern wollten, wie das Büro des französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy mitteilte. Die acht Festgenommenen wurden inzwischen an die somalischen Behörden übergeben. In den Schnellbooten der Piraten seien Schusswaffen und Munition sichergestellt worden.

Das ägyptische Außenministerium hatte am Donnerstag bekanntgegeben, dass somalische Piraten einen Frachter aus Ägypten mit 28 Seeleuten an Bord in ihre Gewalt gebracht hätten. Die "Blue Star" habe 6000 Tonnen Dünger geladen, hieß es. Die Verhandlungen über die Freigabe des Schiffes, das von den Piraten in Richtung somalische Küste gesteuert worden sei, hätten bereits begonnen.

Erfolg der malaysischen Marine

Fregatte Karlruhe (Quelle: AP)

Fregatte Karlsruhe im Einsatz gegen Piraten am Horn von Afrika

Kurz zuvor hatte die malaysische Marine einen weiteren Piratenangriff verhindert. Ein Militärhubschrauber wehrte mehrere Seeräuber ab, die einen mit Öl beladenen indischen Tanker in ihre Gewalt bringen wollten.

Unterdessen gaben somalische Piraten das letzte von zwei jemenitischen Fischerbooten frei, die sie am 10. Dezember 2008 im Golf von Aden gekapert hatten. Es sei kein Lösegeld gezahlt worden, berichtete die amtliche jemenitische Zeitung "Al-Thawra". Das Boot und die acht Besatzungsmitglieder trafen in der Silvesternacht im Hafen von Aden ein.

In Somalia herrscht seit 1991 Bürgerkrieg. Somalische Piraten nutzen die Situation, um vor der Küste des Landes internationale Frachter zu kapern. An dem internationalen Einsatz zum Kampf gegen die Piraterie ist seit Ende Dezember auch die Bundesmarine beteiligt. Die EU-Mission umfasst insgesamt vier Schiffe und drei Aufklärungsflugzeuge. (vem)

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