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Aktuelles

EU meldet Forschungserfolg mit "Solarkerosin"

Forscher haben zum ersten Mal mit Hilfe von Sonnenlicht Kerosin hergestellt. Mit der Technologie könnte in Zukunft nicht nur Kraftstoff für Flugzeuge, sondern auch für Autos und andere Verkehrsmittel produziert werden.

Die Forscher hätten "die gesamte Kette der Herstellung von Kerosin aus erneuerbarer Energie erfolgreich nachgewiesen", erklärte die EU-Kommission, die das Projekt finanziell unterstützte. Maßgeblich beteiligt war das Bauhaus Luftfahrt in München, ein unter anderem von Airbus getragenes Forschungszentrum. Das auf vier Jahre angelegte Projekt "Solar-Jet" lief im Juni 2011 an und erhält 2,2 Millionen Euro an EU-Fördergeldern.

Bei dem Experiment sei ein Glas voll Flugturbinenkraftstoff unter Laborbedingungen mit simuliertem Sonnenlicht hergestellt worden, heißt es in einer Mitteilung der EU-Kommission. Das Projekt sei noch in der Versuchsphase. "Die Ergebnisse geben jedoch Anlass zu der Hoffnung, dass auf flüssigen Kohlenwasserstoffen basierende Kraftstoffe künftig aus Sonnenlicht, CO2 und Wasser hergestellt werden könnten."

Kommerzielle Nutzung in zehn Jahren

Bei dem Verfahren wird aus Wasser und Kohlendioxid (CO2) unter Einwirkung von Sonnenlicht sogenanntes Synthesegas hergestellt. Der Clou dabei sei zweierlei, sagte Andreas Sizmann vom Bauhaus Luftfahrt gegenüber der Nachrichtenagentur AFP: Zum einen würden als Rohstoff nicht fossile Kohlenwasserstoffe wie Öl verwendet, sondern das klimaschädliche Treibhausgas CO2. Zwar verbrenne auch das so erzeugte Kerosin letztlich unter Freiwerden von Kohlendioxid. Weil dieses aber langfristig direkt aus der Luft gewonnen werden könnte, sei der Prozess insgesamt potenziell CO2-neutral, betonte Sizmann.

Der zweite Clou: Die Energie für den Prozess liefert die Sonne ohne den Weg über die Photosynthese in Pflanzen. Daher sei der Prozess effizienter, auf Brachland und ohne Konkurrenz zur Nahrungsproduktion realisierbar. Im Experiment wurde die Sonne dabei noch durch künstliches Sonnenlicht ersetzt. Eine erste kommerzielle Herstellung des Synthesegases, aus dem dann in einem bereits praktizierten Verfahren Kerosin wird, kann sich Sizmann etwa in zehn Jahren vorstellen.

Mit der Technologie könnten eines Tages umweltfreundlichere und in ausreichenden Mengen zur Verfügung stehende Kraftstoffe für Flugzeuge, Kraftfahrzeuge und andere Verkehrsmittel hergestellt werden, sagte EU-Forschungskommissarin Máire Geoghegan-Quinn. "Dies könnte die Energieversorgungssicherheit stark verbessern und aus einem der für die globale Erwärmung wichtigsten Treibhausgase eine wertvolle Ressource machen", erklärte sie.

cr / kle (afp, europa.eu)