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Wirtschaft

EU-Kommission will einheitliche Handy-Ladegeräte

Vorschrift statt Chaos: EU-Kommissar Günther Verheugen will die Industrie notfalls zu einem Standard zwingen. Die Anbieter machen technische Schwierigkeiten geltend.

Handy Akkus (dpa)

Brauchen verschiedene Akkus auch verschiedene Ladegeräte?

Industriekommissar Günter Verheugen (dpa)

Industriekommissar Günter Verheugen: notfalls mit Zwang

Viele EU-Bürger ärgern oder amüsieren sich über einen angeblichen Vereinheitlichungsdrang der Kommission. Stichwort: Gurkenkrümmung - die einschlägigen Vorschriften dazu sind aber inzwischen abgeschafft. Doch auf manchen Gebieten würden viele Menschen eine Standardisierung sehr begrüßen, zum Beispiel bei Handy-Ladegeräten. Es gibt nämlich mehrere Dutzend unterschiedliche davon in Europa.

Industriekommissar Günter Verheugen will das ändern. "Meine Geduld mit der Industrie ist jetzt zuende", sagte er gegenüber der Deutschen Welle am Freitag (13.2.2009). Er will die Hersteller notfalls zwingen, ein einheitliches Ladegerät anzubieten.

Auch ein Umweltproblem

Ein Ziel: Weniger Elektroschrott (dpa)

Ein Ziel: Weniger Elektroschrott

Die Industrie ist sich des Problems zwar bewusst, macht aber vor allem rechtliche und technische Schwierigkeiten geltend. Tony Graziano, Direktor der Vereinigung der Europäischen Informations- und Fernmeldebranche, EICTA, sagte der Deutschen Welle, die Spannungsanforderungen und Batterien seien zu unterschiedlich. Die verschiedenen Anschlüsse sind aber nicht nur ärgerlich für die Benutzer, sondern auch ein Umweltproblem, denn mit jedem neuen Handy kauft man ein weiteres Ladegerät, das irgendwann auf dem Müll landet.

Lieber freiwillig

Graziano sagt, man werde die Zahl der unterschiedlichen Geräte verringern, doch es sei "sehr unwahrscheinlich", dass die Industrie ein einziges Standardgerät für alle Handys entwickeln werde. Dem widerspricht Verheugen. Die früher vorgebrachten Sicherheitsbedenken seien entfallen. "Man kann heute ohne weiteres für Handys aller Art dasselbe Ladegerät benutzen." Verheugen betont, eine freiwillige Lösung sei ihm lieber, "weil es schneller geht". Doch die Kommission habe die rechtlichen und politischen Mittel, um die Industrie notfalls zu zwingen.

Hersteller wollen handeln

Der Druck der Kommission überrascht Graziano ein wenig. Die EICTA habe mit der Kommission einen Fahrplan für das weitere Vorgehen ausgearbeitet: "Wir machen die Kommission gerade auf die Probleme aufmerksam. Wir wollen ihr einen möglichen Lösungsansatz unterbreiten. Ich glaube, das wird sicher in den kommenden Wochen passieren."

Wann die Verbraucher tatsächlich mit einem einheitlichen Ladegerät rechnen können, dazu wollte aber keiner von beiden genaues sagen.

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