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Wissen & Umwelt

EU-Kommission verlängert Zulassung von Glyphosat

Die EU-Kommission hat sich für eine Verlängerung der Zulassung von Glyphosat entschieden und stößt damit auf scharfe Kritik. Eine Studie soll nun die mögliche Krebsgefahr des Pflanzenschutzmittels untersuchen.

Die Europäische Kommission hat die Zulassung des umstrittenen Pflanzenschutzmittels Glyphosat um 18 Monate verlängert. Das teilte die Brüsseler Behörde am Mittwoch mit. Bis Ende 2017 soll eine neue Studie der EU-Chemikalienagentur ECHA prüfen, ob das Mittel eine

Gefahr für die Gesundheit

darstellt.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) äußerte an der Entscheidung scharfe Kritik. "Diese Glyphosat-Entscheidung ist ein Affront gegen viele überzeugte Bürger", sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger. "Immer mehr Menschen in Europa und in Deutschland

forderten eine Landwirtschaft ohne Pestizide

. Dem muss die Politik endlich Rechnung tragen."

Auch die Agrarindustrie, die eine Neuzulassung für 15 Jahre fordert, kritisierte die Entscheidung der Kommission. Anstelle einer erneuten Genehmigung von Glyphosat mit einer "technischen Verlängerung" zu arbeiten, sei nur eine unbefriedigende Zwischenlösung, so der Industrieverband Agrar (IVA).

Eine Demonstration gegen Glyphosat (Foto: Imago / Steinach).

Die Verhandlungen um die Zulassung von Glyphosat wurden von großen Protesten begleitet.

Beide Seiten beklagten, dass die Entscheidung der EU-Kommission auf den Druck von Lobbyverbänden zurückzuführen sei. Der Zentralverband Gartenbau (ZVG) sprach von "politischem Druck von Interessenvertretern und Nichtregierungsorganisationen".

Die Entscheidung der EU-Kommission über eine Verlängerung kommt einen Tag vor Ablauf der bisherigen Zulassung am 30. Juni. Zuvor hatten es die EU-Staaten verpasst, sich trotz

wiederholter Bemühungen

auf eine Mehrheitsposition zu einigen. Am vergangenen Freitag blieb eine letzte Abstimmung ergebnislos, bei der Deutschland sich enthalten hat.

Glyphosat ist der am häufigsten eingesetzte Unkrautvernichter in der EU und steht im Verdacht, krebserregend zu sein. Unstrittig ist dagegen der umweltschädliche Einfluss durch das Abtöten aller möglichen unerwünschten Pflanzen, wie etwa Kornblumen. Auf riesigen Äckern, die mit Monokulturen bepflanzt sind, zerstört das Totalherbizid die Nahrungsgrundlage und Lebensräume vieler Tiere und bedroht dadurch die Artenvielfalt.

okz (epd, AFPD, dpa)

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