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Aktuell Europa

EU-Kommission bleibt der Ukraine fern

Die Front gegen die Politik von Präsident Viktor Janukowitsch wird breiter: Nun will die gesamte EU-Kommission den EM-Spielen in der Ukraine fernbleiben. Mitgastgeber Polen bereitet das allerdings Kopfzerbrechen.

"Ich glaube, die Aufrufe für einen Boykott sind unangemessen", sagte Polens Ministerpräsident Donald Tusk. Er habe zwar Verständnis für diejenigen, die die ukrainische Oppositionspolitikerin Julia Timoschenko unterstützen. Man könne seine Sympathie für die inhaftierte Politikerin aber auch während der Spiele deutlich bekunden. Der als Fußballfan bekannte Tusk fand zugleich harte Worte für den Nachbarn: Der Umgang mit Timoschenko sei ein Test für die Glaubwürdigkeit der ukrainischen Behörden. Die Reputation des Landes werde dramatisch leiden, wenn die Oppositionspolitikerin nicht angemessen behandelt werde.

"Nicht in russische Arme treiben"

Der polnische Staatspräsident Bronislaw Komorowski warnte, ein Boykott der Fußball-Europameisterschaft in der Ukraine könnte den EU-Beitrittskandidaten in die Arme Russlands treiben. Aus Protest gegen die Politik von Präsident Viktor Janukowitsch fordern zahlreiche europäische Politiker einen Boykott der Fußball-Europameisterschaft in der Ukraine, die in wenigen Wochen gemeinsam mit Polen Gastgeberland ist. In der ukrainischen Hauptstadt Kiew soll überdies am 1. Juli das Endspiel ausgetragen werden.

Auch die gesamte EU-Kommission will dem Sportfest in der Ukraine fernbleiben. Eine EU-Delegation in Kiew erklärte, die Haltung von EU-Kommissionspräsident Barroso werde von allen EU-Kommissaren geteilt. Barroso hatte bereits angekündigt, dass er nicht zur EM in die Ukraine reisen werde.

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Eingeschränkte Pressefreiheit in der Ukraine

"Dankbar für die Zeichen der Solidarität"

Der veranstaltende europäische Fußballverband UEFA weist jede politische Dimension seines Sportfestes weit von sich. Und auch der Deutsche Fußball Bund (DFB) spricht sich ausdrücklich gegen einen sportlichen Boykott der Ukraine aus. Darin sei man sich mit Bundeskanzlerin Angela Merkel einig, sagte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach.

Julia Timoschenko geht mit ihrem Hungerstreik bereits in die zweite Woche. Ihre Tochter Jewgenija dankte in einem Interview mit der Deutschen Welle für die Solidaritätsbekundungen europäischer Politiker. Sie versicherte, dass sich ihre schwerkranke Mutter auch in der Ukraine von einem Arzt ihres Vertrauens behandeln lassen würde: "Doch dieser Arzt wird nicht zu ihr gelassen". Die Situation sei nicht auszuhalten, sagte Jewgenija Timoschenko.

rb/hp (afp, dapd, dpa, DW, rtr)

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