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Fokus Osteuropa

EU-Kommissare aus Bulgarien und Rumänien stellen sich vor

Die Bulgarin Meglena Kuneva soll das Ressort Verbraucherschutz übernehmen, der Rumäne Leonard Orban neuer Kommissar für Vielsprachigkeit werden. Fokus Ost-Südost mit zwei Porträts.

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Neuer Arbeitsplatz Brüssel

Meglena Kuneva (39), Bulgarien

Ausschnitt: Bulgariens Europa-Ministerin Meglena Kuneva Porträtfoto

Meglena Kuneva

Meglena Kuneva hat vier Jahre lang als Europa-Ministerin gearbeitet und geht nun als erste EU-Kommissarin ihres Landes nach Brüssel. Nach Jura-Studium, Promotion und Aufenthalten in den USA, Finnland und Großbritannien kehrte sie als Dozentin nach Sofia zurück. Seit 2001 sitzt sie im bulgarischen Parlament und seit 2002 als Europa-Ministerin auf der Regierungsbank. Ihre Partei ist die "Nationale Bewegung Simeon der Zweite", benannt nach Ex-König Simeon Sakskoburggotski, der bis Mitte 2005 noch das Amt des Regierungschefs innehatte.

Trotz Karriere ist Meglena Kuneva ein Familien-Mensch: Sie ist verheiratet und hat einen Sohn. "Die junge Generation" ist eines ihrer Lieblingsthemen. Wenn sie von der Jugend in ihrem Land spricht, dann leuchten ihre Augen: "Sie wissen so viel wie Jugendliche in jedem anderen europäischen Land. Sie sind neugierig. Und sie haben ein Freiheitsgefühl. Wenn man diese Generation mit der vor 1990 vergleicht, ist der Unterschied dramatisch! Man sieht den Horizont!"

Den Horizont in einem Land, das noch im Frühjahr von der EU-Kommission wegen grassierender Korruption, vieler unaufgeklärter Auftragsmorde und mangelnder Bekämpfung von Geldwäsche gerügt wurde. Dass ihr Land nun doch aus Brüssel grünes Licht für das Beitrittsdatum 1. Januar 2007 bekommen hat, dafür hat Meglena Kuneva in den letzten Jahren intensiv geworben.

Für die Zukunft wünscht sich Meglena Kuneva mehr qualifizierte und vor allem junge Politiker, die in Bulgarien verantwortungsvolle Posten übernehmen können. Wenn da nicht das große Problem des "Brain Drain" wäre, also dass die Hochqualifizierten in andere Länder abwandern, weil dort lukrativere Posten warten. Deshalb seien auch EU-Programme wie "Erasmus", bei dem Studenten finanzielle Unterstützung für ein Auslandssemester bekommen können, so wichtig, sagt sie. Zuständig ist Meglena Kuneva ab dem 1. Januar aber nicht für die Förderung der Jugend, sondern für Verbraucherschutz. Ein Thema, das durch Fleischskandale und Seuchenkrankheiten wie die Vogelgrippe in den letzten Jahren brisanter geworden ist.

Leonard Orban (45), Rumänien

Leonard Orban ist Rumäniens neuer Kandidat für EU-Kommissar

Leonard Orban

Leonard Orban wurde am 28. Juni 1961 im siebenbürgischen Brasov, zu deutsch Kronstadt, geboren. Er studierte Mechanik an der Kronstädter Universität und begann dann sein Management-Studium an der Bukarester Akademie für Wirtschaftswissenschaften.

1993 begann er erstmals für die Europäische Union zu arbeiten. Zu dieser Zeit wurde er in der rumänischen Abgeordnetenkammer parlamentarischer Berater für Europa-Angelegenheiten. Von Mai 2001 bis Dezember 2004 war Leonard Orban stellvertretender Chefunterhändler Rumäniens mit der Europäischen Union. Er war es, der den EU-Beitritt Rumäniens aushandelte. Als im April 2005 das Beitrittsabkommen Rumäniens in Brüssel unterschrieben wurde, führte er das Amt des Unterhändlers. Schließlich war er es auch, der neben dem rumänischen Präsidenten, Premier- und Außenminister den Beitrittsvertrag unterzeichnete. Den EU-Beitritt Rumäniens hat er immer verteidigt und klar gemacht, welche Pflichten Rumänien mit dem Beitritt erwachsen: "Ich glaube wir sollten nicht über Gewinn und Kosten sprechen, sondern über Vorteile und Bemühungen. Mittel- und langfristig wird sich der Lebensstandard der Rumänen wesentlich verbessern, auch wenn das nicht sofort passieren wird. Ich meine hier wirklich die Lebensqualität, die sich dann nicht nur auf höhere Löhne reduzieren lässt. Was die Bemühungen angeht, müssen wir obligatorisch mit den Reformen in unzähligen Bereichen weitermachen", so Orban.

Gegenwärtig ist Leonard Orban Staatssekretär im rumänischen Europaministerium. Er koordiniert die Beitrittsvorbereitungen und ist zuständig für den Beobachterstatus Rumäniens innerhalb der europäischen Institutionen.

Klaus Dahmann, Laurentiu Diaconu
DW-RADIO, 27.11.2006, Fokus Ost-Südost

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