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Kultur

EU in klein - Die Taipei European School

Kleine Auslandsschulen haben oft mit finanziellen und personellen Problemen zu kämpfen. Die Deutsche Schule in Taipei (DST) hat einen Ausweg gefunden.

Aussenansicht der Taipei European School (Foto: DW)

TBS+EFT+DST= TES

Vier Uhr Nachmittags auf dem Eurocampus im Norden Taipeis. Hier, am Rande eines großen Nationalparks, sind in zwei Gebäuden Teile der Taipei European School (TES) untergebracht. Ein einmaliges Konzept: Die Taipei British School (TBS), die Ecole Francaise de Taipei (EFT) und die Deutsche Schule Taipei (DST) haben sich zu einer europäischen Schule zusammengeschlossen.

Da kriegt man nichts mit

Auf dem großen, mit grünem Kunstrasen belegten Sportplatz vor dem neuen Schulgebäude sammeln die Mädchen der Fußballmannschaft ihre Bälle ein. Peter Schulz, Sportlehrer an der TES, wirft noch einen letzten Blick auf das Feld. Dann schlingt er das Netz mit den Bällen über die Schulter. Das Training ist vorbei. Und der Schultag auch. "Ich bin jetzt in meiner Tätigkeit als Lehrer an mehreren Schulen in Ost-Asien gewesen und musste feststellen, dass das immer rein deutsche Schulen sind. Da kriegt man nicht viel mit von anderen Kulturen", erzählt Schulz.

Interviewtraining mit Schülern (Foto: DW)

Die Autorin bei der Arbeit - beinahe ungestört

An der Taipei European School sieht das anders aus. Die Schüler der verschiedenen Sektionen kommen aus rund fünfzig Ländern und fünf Kontinenten. Auf dem Pausenhof wird Englisch, Deutsch, Französisch und Mandarin gesprochen.

Breit, fundiert und gesponsort

Die TES besteht in dieser Form erst seit sechs Jahren. Doch die Vorteile des Zusammenschlusses überwiegen, erklärt Dirk Sänger. Er ist Vorstandsvorsitzender der Deutschen Sektion und erklärt, dass die verschiedenen Sektionen sich nicht nur Infrastruktur und Verwaltung teilen, sondern auch im Bereich der Lehrpläne zusammen arbeiten, um den Schülern eine breitgefächerte, fundierte Ausbildung zu bieten.


Interviewtraining mit Schülern (Foto: DW)

Nachwuchsjournalisten in Aktion


Sänger führt durch das Phase I-Gebäude der TES. Das Gebäude auf dem Yangmingshan wird so genannt, weil es in der ersten Ausbauphase entstanden ist. Stolz zeigen die Schüler der fünften und sechsten Klasse ihre Kunst- und Musikräume, Computerzimmer und Labore. Die wurden teilweise von internationalen und lokalen Firmen und Sponsoren finanziert, wodurch die Baukosten für den neuen Eurocampus gesenkt werden konnten.

Und dann nach Deutschland?

Derzeit hat die Europäische Schule 1.100 Schüler aus rund 50 Ländern. Die größte Sprachgruppe bildet die Britische Sektion mit ungefähr 660 Schülern. Die deutsche Gruppe ist mit knapp hundert Schülern dagegen relativ klein. Die Lehrpläne werden an die Bedürfnisse der Schüler angepasst. So bietet die deutsche Sektion dieses Jahr erstmalig eine deutsche Abschlussprüfung für die Sekundarstufe an.

"Uns liegt sehr, sehr viel daran, dass wir als deutsche Schule innerhalb dieser European School einen Ausbildungsgang anbieten können, der sie auf ein Studium in Deutschland vorbereitet", sagt Emmanuel Fritzen, Leiter der Deutschen Sektion der TES.

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