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Kultur

EU hilft bei Beseitigung der Ölpest in Libanon

Mit einem Angriff der israelischen Luftwaffe auf das libanesische Kraftwerk Dschije begann vor vier Wochen eine der größten Umweltkatastrophen im östlichen Mittelmeer. Die EU wird die Hilfe koordinieren.

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Verseuchter Strand in Beirut

10.000 bis 15.000 Tonnen Schweröl sollen ins Meer gelaufen sein. Der Ölteppich dürfte inzwischen bis zu 150 Kilometer lang und 30 bis 40 Kilometer breit sein. Seine Beseitigung kostet Experten zufolge mindestens 100 Millionen Dollar. Ein Großteil ist nach Angaben des zyprischen Umweltministeriums bereits verklumpt und auf den Meeresgrund gesunken. Trotzdem bedroht die Ölpest weiterhin ohnehin stark dezimierte Tierarten wie die grüne Meeresschildkröte und den Roten Thunfisch. Auch Fischlaichplätze und Raststätten für Zugvögel sind verschmutzt.

Libanesische Regierung bat um Hilfe

Vier Tage nach Beginn der Feuerpause zwischen Israel und der Hisbollah begannen die Aufräumarbeiten sagte die Sprecherin der EU-Kommission Barbara Helfferich in Brüssel: "Die Norweger haben Ausrüstung geschickt, um die Ölpest auf See tatsächlich zu bekämpfen. Das Abpumpen und das Reinigen haben mit dem heutigen Tag begonnen." Der Katastrophenschutzstab der Europäischen Union koordiniert die Hilfe für den Libanon, die die Regierung in Beirut am 27. Juli angefordert hatte.

Der Katastrophenschutz-Vereinigung gehören 30 Staaten an, nicht alle sind auch Mitglieder der EU. Unter Leitung der Vereinten Nationen beraten derzeit im griechischen Hafen Piräus Mittelmeeranrainer und EU-Staaten über das weitere Vorgehen. "Das Treffen dient dazu, Gegenmaßnahmen festzulegen, sollte der Ölteppich auf angrenzenden Küsten übergreifen. Dazu wird eine Strategie abgestimmt", sagt Helfferich von der EU-Kommission

Fischer fürchten um Existenz

Mehr Reinigungsschiffe und Geld für das Säubern der Strände werden benötigt. Natürlich soll verhindert werden, dass der Ölteppich weitere Staaten wie Zypern oder die Türkei erreicht. Eventuelle Maßnahmen zur Bekämpfung der Ölpest können allerdings nicht schnell umgesetzt werden. Wegen der israelischen Seeblockade vor der libanesischen Küste können Absprachen nur über die Regierung in Jerusalem erfolgen.

Der libanesische Umweltminister Jakub Sarraf kündigte an, sein Land wolle die israelische Regierung wegen der Ölverschmutzung auf Schadenersatz verklagen. Unzählige Fischer vor allem im Libanon fürchten um ihre Existenz. In Beirut beraten drei dänische Experten der Europäischen Union das Umweltministerium und bilden libanesische Einsatzkräfte aus.

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