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Aktuell Welt

EU-Gasversorgung durch Krim-Krise nicht gefährdet

Gazprom liefert weiter und wegen des milden Winter sind die Speicher voll. Bürger und Wirtschaft müssen sich nach Angaben der EU keine Sorgen um die Gasversorgung machen.

"Trotz der Krise fließt in diesen Minuten Gas aus Russland in die europäischen Märkte", sagte EU-Energiekommissar Günther Oettinger nach einem Treffen mit den 28 Energieministern der Mitgliedsstaaten der Europäischen Union in Brüssel. Er habe Vertrauen in die russischen Vertragspartner.

Zudem seien die Gasspeicher (Artikelbild) in den EU-Staaten wegen des milden Winters derzeit gut gefüllt. Sollte kein verspäteter Wintereinbruch kommen, "dann werden wir die Zeit bis Ostern mit halbvollen Speichern bestehen und damit unsere Versorgungssicherheit stabil halten können", erläuterte der frühere Ministerpräsident von Baden-Württemberg.

"Russland vertragstreu"

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel ergänzte, Russland sei zumindest für Westeuropa bisher ein "absolut vertragstreuer Lieferant" gewesen. Russland ist der größte Gaslieferant Deutschlands und der EU. Ein Viertel der Gasversorgung in der EU stammt aus russischen Pipelines.

Die Ukraine hingegen muss sich nach Einschätzung Oettingers und Gabriels aber sehr wohl Sorgen um ihre Gasversorgung machen. Das Land ist vollständig von Gaslieferungen aus dem benachbarten Russland abhängig. Der russische Konzern Gazprom will die bisherigen Rabatte von April an streichen. Die finanziell schwer angeschlagene Ukraine muss statt derzeit 168 Dollar dann 400 Dollar pro 1000 Kubikmeter Gas zahlen.

EU will helfen

Vor diesem Hintergrund erwägt die EU-Kommission nach den Worten Oettingers Kiew auch im Energiebereich unter die Arme zu greifen. "Das Thema Gas, Gasversorgungssicherheit und Bezahlung der Gasrechnungen durch die Ukraine" werde beim geplanten Hilfsprogramm der EU "eine besondere Rolle" spielen. Der Kommission zufolge hat die Ukraine Gaslieferungen für rund zwei Milliarden US-Dollar (1,45 Milliarden Euro) an Russland noch nicht bezahlt, sagte Oettinger.

Nach Vorstellungen der EU-Kommission könnte die Abhängigkeit der Ukraine vom russischen Gas mit Hilfe einer Pipeline durch die Slowakei gemindert werden. Der deutsche Energiekonzern RWE teilte mit, er könnte die Ukraine über Pipelines durch Polen und Tschechien mit Gas beliefern.

wl/kis (dpa, afp, rtr)