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Aktuell Deutschland

EU fährt mit TÜV-Plänen gegen die Wand

Die EU-Kommission muss sich für ihre Pläne, die Inspektionsfristen bei älteren Autos zu verkürzen, jede Menge Kritik anhören. Bundesverkehrsminister Ramsauer will das Vorhaben unbedingt verhindern.

Ältere Autos haben häufiger technische Mängel und verursachen damit öfter Unfälle, meint die EU. Daher sollen sie künftig jährlich zur Hauptuntersuchung antreten, denn damit, so EU-Verkehrskommissar Siim Kallas, könnten 1200 Menschenleben pro Jahr gerettet werden. In vielen EU-Staaten sind enge Prüfintervalle von einem Jahr allerdings längst Normalität.

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) sieht für Deutschland keinen Änderungsbedarf. Er will die umstrittenen Pläne der EU-Kommission zur Verkürzung der Inspektionsfristen, in Deutschland als TÜV bekannt, bei älteren Autos oder mit hoher Kilometerleistung ab 160.000 im Verkehrsminister-Rat auf jeden Fall stoppen.

Deutschland als Vorbild

#links'Die deutsche Prüfpraxis von üblicherweise zwei Jahren habe sich bewährt, sagte Ramsauer der "Bild"-Zeitung. Sie entspricht auch der bisher gültigen EU-Richtlinie. Nach der müssen europäische Autos spätestens vier Jahre nach der Erstzulassung und danach alle zwei Jahre zu einer Inspektion. "Wir haben bei der Hauptuntersuchung hohe Standards. An unserem Modell können sich andere Staaten orientieren", so der CSU-Politiker. Wenn überall in Europa eine solche Qualität vorherrschen würde wie in Deutschland, sagte Ramsauer, "wären wir einen großen Schritt weiter".

Brüssel könne die Prüfpraxis zwar "gerne harmonisieren - aber auf deutschem Niveau", betonte Ramsauer. Allerdings könne Deutschland bei der geplanten Brüsseler TÜV-Verordnung auch kein Veto wie bei steuerpolitischen Entscheidungen einlegen. Für eine Mehrheit im Sinne der deutschen Position wolle Ramsauer dennoch kämpfen.

Experten unterstützen Kritik

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ADAC-Sprecher Klaus Reindl

Hilfe erhält er dabei vom Automobilclub ADAC. Dieser sprach von einer Abzocke der deutschen Autofahrer, sollten die EU-Pläne umgesetzt werden. "Unfälle aufgrund technischer Mängel treten sowohl bei neuen als auch bei älteren Fahrzeugen statistisch nicht signifikant in Erscheinung", erklärte der ADAC. Sie machten nur rund 0,5 Prozent der schweren Unfälle aller Fahrzeugbaujahre aus.

Zudem wolle die EU-Kommission nicht den Prüfumfang vereinheitlichen, der in Deutschland auf sehr hohem Niveau sei. Einzige Profiteure seien am Ende die diversen Prüforganisationen, denen durch die verkürzten Intervalle ein sattes Zusatzgeschäft sicher sei, erklärte der Club.

nis/ml (dapd, dpa, rtr)

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