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Wirtschaft

EU bremst Energiefresser

Nach der Glühlampe jetzt der Staubsauger: Ab sofort gibt es in der EU nur noch sparsame Modelle zu kaufen. Die Effizienzrichtlinie gilt weltweit als Vorbild. Stromfresser werden in der EU aus dem Markt gedrängt.

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Energiesparhaus in Südtirol

Seit dem 1. September geht es nun auch veralteten Staubsaugermodellen an den Kragen. Häufig verbrauchen diese über 2000 Watt. Nun dürfen in Europas Märkten nur noch Staubsauger mit maximal 1600 Watt verkauft werden. Ab dem 1. September 2017 dürfen die Motoren sogar nur noch maximal 900 Watt verbrauchen. Zudem müssen Staubsauger beim Verkauf von nun an mit dem EU-Effizienzlabel gekennzeichnet werden. Dieses gibt Auskunft über die Effizienz der Haushaltshelfer, informiert über ihren Energieverbrauch, die Lautstärke und die Reinigungswirkung.

Sorgen, dass die Neugeräte durch verringerten Energieverbrauch schlechter saugen, brauchen die Verbraucher nicht zu haben. Denn die einfache Formel "je mehr Watt, desto besser", die viele Kunden in der Vergangenheit beim Staubsaugerkauf beherzigen, bewahrheitet sich nicht: Die starke Leistung von Motoren wird häufig durch eine schlechte Aerodynamik von Schlauch und Düsen gebremst. Hersteller, die effizient konstruieren und moderne Motoren einbauen, kommen hingegen schon heute mit weniger als 900 Watt Motorenleistung aus. Auch in

unabhängigen Testverfahren

erzielten diese Geräte sehr gute Ergebnisse.

Effizienzrichtlinie ein Erfolgsmodell

LED Lampe (Foto: Gero Rueter/DW).

LED-Lampen verbrauchen 85 Prozent weniger Strom

2007 beschlossen die europäischen Regierungschefs eine Verringerung des Energieverbrauchs in der EU um 20 Prozent bis zum Jahr 2020. Um dies zu erreichen, sind die sogenannte EU-Ökodesign-Richtlinie und die EU-Energieverbrauchskennzeichungs-Richlinie wichtige Instrumente. Sie regeln, dass besonders effiziente Produkte auf den Markt kommen und die Energiefresser verdrängen. Mittels Effizienzstandard für die jeweiligen Produkte und dem sogenannten Energielabel, der die Verbraucher informiert, sollen rund 60 Prozent der europäischen Energiesparziele erreicht werden.

In den letzten Jahren hat die Effizienzrichtlinie in der EU bereits einiges bewirkt. So wurden Kühlschränke, Spül- und Waschmaschinen, Fernseher, Computer, Pumpen, Motoren und Lampen wesentlich energiesparender. Einige Produkte verbrauchen im Vergleich zu denen von vor zehn Jahren nur noch ein Zehntel der Energie.

Bekannt sind die Veränderungen im Lichtsektor. Die ersten traditionellen Glühbirnen verschwanden bereits 2009 aus den EU-Regalen, heute hat sich die LED-Technik durchgesetzt. Gegenüber der alten Glühbirne spart sie über 80 Prozent Energie und Stromkosten.

Während Verbraucher und Unternehmen den wirtschaftlichen Vorteil von effizienter Beleuchtung und Geräten spüren, sind die Auswirkungen auf den europäischen Stromverbrauch noch kaum sichtbar. Bis zur Erneuerung der kompletten Beleuchtung in Gebäuden und Straßen, dem Austausch von Kühlgeräten und Motoren, werden nach Ansicht der

Deutschen Energie-Agentur (dena)

noch einige Jahre vergehen. Die großen Einspareffekte werden nach einer

Kurzstudie

der dena ab der zweiten Hälfte dieses Jahrzehnts erwartet. Vor allem effiziente Elektromotoren, die auch in Pumpen, Kühlgeräten und Lüftungen rund um die Uhr im Einsatz sind, sollen die Bilanz beim Stromverbrauch enorm verbessern.

Profit für Wirtschaft und Verbraucher

Heizungstechniker Axel Flocke (Foto: DW)

Energieexperten empfehlen den Tausch von Heizungs-pumpen. Rund 200 Euro pro Jahr lassen sich so sparen.

Umwelt und Energieexperten sehen die EU-Richtlinie als ein wichtiges und erfolgreiches Instrument, um die EU-Klima- und Effizienzziele zu erreichen und zugleich die Verbraucher von steigenden Energiepreisen zu entlasten. Ohne die Verordnungen zur Energieeffizienz und Kennzeichnung "hätten wir wahrscheinlich steigenden Stromverbrauch in der EU. So können wir den Anstieg des Stromverbrauchs begrenzen", sagt Steffen Joest von der Deutschen Energie-Agentur gegenüber der Deutschen Welle.

Die EU-Richtlinie beflügelt zudem auch Innovationen und Wettbewerbsfähigkeit, "die technologischen Entwicklungen und Sprünge werden verstärkt", meint Joest. Die Wirtschaft profitiere mit effizienter Energietechnik von geringeren Energiekosten und durch die Entwicklung neuer Produkten würde der Export gestärkt.

EU als Vorbild

International gilt die EU nach Ansicht von Joest als Vorbild bei der Energieeffizienz. "Wir stellen ein zunehmendes Interesse auch in anderen Ländern fest, um die Effizienz zu steigern und den Verbrauch zu senken", sagt Joest. "Energie ist ein Kostenthema, es belastet die Wirtschaft und bedeutet, dass man Milliarden für Energieimporte ausgeben muss." Nach Joest sind die Maßnahmen zur Effizienzsteigerung außerhalb der EU unterschiedlich. In den USA, Japan, Australien und China gibt es ebenfalls Mindestanforderungen an Effizienz, andere Länder versuchen mit Anreizen die neuen Technologien zu fördern.

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