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Wirtschaft

EU: Aufschwung in großen Euroländern

Die EU-Kommission sagt in ihrer Herbstprognose den Schwergewichten der Eurozone einen wirtschaftlichen Aufschwung voraus. Griechenland arbeitet sich nur mühsam aus der Rezession.

In Deutschland und weiteren Schwergewichten der Euro-Zone kommt die Wirtschaft nach Einschätzung der Europäischen Union immer besser in Schwung. In ihrer am Donnerstag veröffentlichten Herbstprognose sagt die Kommission voraus, dass die Konjunktur hierzulande 2015 um 1,7 und in den beiden Folgejahren um 1,9 Prozent anziehen wird. Dabei könnten verstärkte staatliche Ausgaben für die Unterbringung von Flüchtlingen die Wirtschaft stützen. Der Abgas-Skandal bei Volkswagen ist laut der Brüsseler Behörde hingegen eines der Abwärtsrisiken.

Frankreichs Wirtschaft werde stufenweise Fahrt aufnehmen. Dieses Jahr soll sie um 1,1 Prozent wachsen und 2017 um 1,7 Prozent. Während zunächst die Verbraucher mit ihrer Konsumfreude für mehr Schwung sorgen, sollen später auch verstärkt Investitionen hinzukommen.

Auch Italien sieht die Kommission im Aufwind: Nach drei Jahren schrumpfender Wirtschaft soll das Bruttoinlandsprodukt (BIP) dieses Jahr um 0,9 Prozent zulegen. Begünstigt wird der Aufschwung aus Sicht der EU-Behörde durch den gesunkenen Ölpreis, der die Importkosten drückt. Zudem sorgt der schwächere Euro dafür, dass italienische Produkte im Dollar-Raum günstiger und damit wettbewerbsfähiger werden.

Für Spanien zeichnet sich laut EU-Kommission eine leichte konjunkturelle Abkühlung ab. Demnach wird das BIP 2015 um 3,1 Prozent zulegen. In den beiden Folgejahren soll das Plus dann nur noch bei 2,7 beziehungsweise 2,4 Prozent liegen.

Griechenland weiterhin das Sorgenkind

Schlusslicht bildet wieder einmal Griechenland. In diesem und nächstem Jahr wird die Wirtschaftsleistung des Euro-Krisenlandes laut der EU-Prognose jeweils um 1,4 und 1,3 Prozent schrumpfen. Als Gründe werden die fortwirkenden Effekte der in diesem Jahr nur knapp vermiedenen Staatspleite und die Probleme der Banken genannt. Licht am Ende des Tunnels sieht die Kommission erst ab 2017, wenn das griechische BIP um 2,7 Prozent zulegen dürfte.

Damit wird immer deutlicher, wie tief die Wunden sind, die der monatelange Reform-Streit der griechischen Regierung mit der Euro-Zone in der Wirtschaft gerissen hat. Erst im Jahresverlauf 2016 werde das Vertrauen von Verbrauchern und Investoren zurückkehren, erwartet die EU-Kommission.

Defizitsünder bleiben sich treu

Das griechische Staatsdefizit erwartet die EU im kommenden Jahr bei 3,6 Prozent nach 4,6 Prozent in diesem Jahr. Für 2017 sagt sie dem Land ein Defizit von 2,2 Prozent des BIP voraus. Auch andere Defizitsünder wie Frankreich und Spanien dürften nach Einschätzung der EU-Kommission verbindliche europäische Defizitziele erneut verfehlen. Frankreich werde bei unveränderter Politik auch 2017 über der Maastrichter Defizitmarke von drei Prozent der Wirtschaftsleistung liegen, teilte die EU-Behörde mit. Für Spanien erwartet die Kommission für 2016 einen Wert von 3,6 Prozent nach 4,7 Prozent im Jahr zuvor. Die Behörde hatte bereits von Madrid Nachbesserungen beim Haushalt für das kommende Jahr angemahnt. Notorischen Defizitsündern drohen in letzter Konsequenz milliardenschwere EU-Geldbußen, die aber in der Praxis bisher noch nie verhängt wurden.

zdh/wen (dpa, rtr)