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Kultur

E.T. verzweifelt gesucht!

Vom Arbeitszimmer aus nach Außerirdischen suchen oder im Hobbykeller an der Entwicklung neuer Impfstoffe mitwirken: Was nach den skurrilen Methoden schrulliger Tüftler klingt, ist in jedem Haus leicht möglich.

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"SETI"-User warten auf Signale aus dem All.

Einzige Voraussetzung: ein Computer mit
Internetanschluss. Mit Hilfe von "Peer-to-Peer", dem Verteilen großer Rechenoperationen auf viele Computer, können sich private PCs an großen Aufgaben beteiligen. Neben dem Vorreiter im "Verteilten Rechnen" SETI, der weltumspannenden Suche nach Radiosignalen im All, buhlen inzwischen eine ganze Reihe von Projekten unterschiedlichster Branchen um private Rechenleistung. Einige Firmen wollen mit diesem "Distributed Computing" (DC) sogar Geld verdienen.

Rechenaufgabe als Bildschirmschoner

"Peer-to-Peer" gilt bei Experten als besonders zukunftsträchtige Technik. Bekannt ist der Datentransfer bislang vor allem von Musiktausch-Börsen im Internet wie Napster und Gnutella. Die Idee des privaten verteilten Rechnens beruht auf der Tatsache, dass bei einem durchschnittlichen Computer nur ein kleiner Teil der Leistung genutzt wird und dadurch noch ein erheblicher Teil der Festplatte zur Verfügungsteht. Mindestens die Hälfte der Rechenkapazität liegt brach - und kann etwa gemeinnützigen Forschungszwecken dienen. Das Prinzip des Parallel-Rechnens ist einfach: PC- und Macintosh-Besitzer müssen
meist nur eine Software in Form eines Bildschirmschoners aus dem Internet herunterladen. Zusätzlich wird dem Computer eine Rechenaufgabe übermittelt.

Wenn der Nutzer eine Kaffeepause macht, telefoniert oder zur Toilette geht, bearbeitet das Gerät dann diese Aufgabe. Ist der Computer im Internet eingeloggt, werden fertige Ergebnisse an den Hauptrechner überspielt und neue Teilaufgaben abgeholt. Die normale Arbeit wird davon nicht beeinträchtigt. "Diese Methode eignet sich für große Rechenaufgaben, die viel Zeit benötigen und wenn wenig Geld da ist», sagt der Software-Experte Jörg Luther vom Online-Fachmagazin "tecCHANNEL".

Verteilung der Datenmenge

In einem gigantischen Lauschangriff suchen etwa die Wissenschaftler des SETI-Programms (Search for Extraterrestrial Intelligence/Suche nach außerirdischer Intelligenz) bereits seit rund 40 Jahren nach Alien-Spuren. Als Wanze dienen Teleskope, die Radiosignale aus dem All empfangen. Radiowellen sind ein mögliches Indiz für außerirdisches Leben, da sie interstellare Staubwolken
durchdringen können. Das Problem ist jedoch die immense Datenmenge - was Experten vor rund drei Jahren auf die Idee brachte, die Rechenleistung mit dem Projekt "SETI@home" auf private Computer weltweit zu verteilen.

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