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Kultur

Essen wird Kulturhauptstadt Europas 2010

Das dreijährige Rennen ist beendet. Zuletzt hatte die ostdeutsche Neißestadt Görlitz mit der Ruhrgebietsstadt Essen um den Titel "Kulturhauptstadt" gekämpft. Den Sieger erwarten viele Touristen und EU-weite Beachtung.

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Einst Industrie, jetzt Kultur: die Zeche Zollverein in Essen

Die EU-Kommission in Brüssel gab am Dienstag (11.4.2006) bekannt, dass sich die Stadt Essen gegen den Konkurrenten Görlitz durchgesetzt hat. Görlitz und Essen waren im vergangenen Jahr 2005 aus einem nationalen Wettbewerb, an dem insgesamt zehn Städte teilgenommen hatten, als Sieger hervorgegangen. Jedes Jahr stellen jeweils ein altes und ein neues Mitgliedsland der EU eine Kulturhauptstadt. Im Jahr 2010 werden dies turnusmäßig eine deutsche und eine ungarische Stadt sein.

"Das ist ein riesiger Tag für uns", sagte der Essener Bürgermeister Wolfgang Reiniger sagte. "Nun liege viel Arbeit vor der Stadt. Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers erklärte: "Für die Menschen im Ruhrgebiet ist der Titel eine riesige Chance."

Der Oberbürgermeister von Görlitz, Joachim Paulick, gratulierte dem Konkurrenten. Görlitz sei aber als moralischer Sieger aus dem Wettbewerb hervorgegangen, sagte der CDU-Politiker. Der Kampf um den Titel habe Görlitz und seine polnische Nachbarstadt Zgorzelec weiter zusammengeschweißt. Beide Städte hatten sich gemeinsam um den Titel beworben und in ihrer Bewerbung die Aussöhnung zwischen Deutschland und Polen in den Mittelpunkt gestellt.

Motor für Strukturwandel

"Kultur durch Wandel - Wandel durch Kultur" - mit diesem Leitmotiv ist die Stadt Essen bei ihrer Bewerbung als europäische Kulturhauptstadt 2010 ins Rennen gegangen. Da sich das Ruhrgebiet als Region nicht bewerben durfte, ging Essen voran, stellvertretend für das ganze Revier mit seinen 5,3 Millionen Menschen in elf kreisfreien Städten und vier Kreisen. Das Motto der Ruhrgebiets-Bewerbung: "Entdecken. Erleben. Bewegen."

Das Ruhrgebiet präsentiert sich in modernem Gewand: Still gelegte Zechen und Hochöfen wurden zu kulturellen Vorzeige-Institutionen einer Region, die sich nach dem Ende der Bergbau- und Montan-Industrie zunehmend als Kulturmetropole begreift. Essen warb in Brüssel aber auch mit dem Revier als Einwanderungsregion und seiner zentralen Lage in Europa.

Zu den Vorzeige-Kulturprojekten zählen "Die Zweite Stadt" in 1000 Meter Tiefe in Schacht XII des Weltkulturerbes Zeche Zollverein und Lichtkunst entlang der zentralen Verkehrsader, der Autobahn 40. Zur Internationalen Bau-Ausstellung Emscherpark entstand aus einem alten Stahlwerk in Duisburg der "Landschaftspark Nord" - ein Freizeitpark für Kletterer und Taucher. Nachts wird die gesamte Anlage mit ihren Hochöfen von einer Lichtinstallation in Szene gesetzt.

Einen guten Ruf genießen die Ruhrfestspiele Recklinghausen und das Schauspielhaus Bochum. 2002 startete das Theater-Festival Ruhrtriennale, das europäische Hochkultur in die alten Industriebauten bringt. (kas)

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