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Top-Thema – Podcast

Essen ohne Geld

Organisationen, die kostenlos Essen an Arme verteilen, gibt es normalerweise in Ländern, in denen große Armut herrscht. Doch auch in Deutschland können eine Million Menschen ihr Essen nicht selbst bezahlen.‎

Ein Mann stapelt Brotstücke aufeinander

Wer kein Geld hat, bekommt bei der Tafel etwas zu essen

Vielen Menschen in Deutschland fehlt für Kleidung oder eine gesunde Ernährung das Geld. Sie sind auf finanzielle Hilfe durch den Staat angewiesen. In über 800 Einrichtungen, die sich "Tafel" nennen, bekommen Bedürftige ein kostenloses Essen. In großen Supermärkten holen die Tafeln die Lebensmittel ab, die dort nicht mehr verkauft werden können.

Bei der Tafel in Wuppertal gibt es dreimal am Tag eine kostenlose Mahlzeit. Über 1000 Menschen essen dort täglich – und das gerne, wie ein Gast bestätigt: "Es schmeckt hier genauso gut wie im Krankenhaus oder Altersheim", sagt er. Aber viele müssen sich erst überwinden, zur Tafel zu gehen. Eine ältere Dame erklärt: "Der ganze Stolz bringt doch nichts. Wenn Sie nichts haben, dann gehen Sie doch lieber dahin, wo sie etwas bekommen."

Bei der Wuppertaler Tafel gibt es außerdem die Möglichkeit, sich kostenlos die Haare schneiden zu lassen. Und im Kaufhaus der Tafel kann man sich mit Möbeln und Kleidung eindecken. "Unser Kaufhaus bietet alles an, was gespendet wird", erzählt Kaufhauschef Uwe Wunderlich. Eine Hose kostet im Schnitt einen Euro, und einen Kühlschrank gibt es schon für circa 30 Euro.

Finanziert wird die Tafel mit den Einnahmen des Kaufhauses und durch Spenden. Doch ohne die Mitarbeit der rund 250 ehrenamtlichen Helfer könnte das Projekt nicht existieren. Der Vorsitzende der Tafel, Wolfgang Nielsen, ist über 90 Stunden pro Woche im Einsatz. Aber auch die positive Berichterstattung der Medien ist wichtig: "Die Medien machen den Menschen Mut, zur Tafel zu gehen", lobt Nielsen die Presse.



Glossar

kostenlos – so, dass man nichts für etwas bezahlen muss

jemand ist auf etwas angewiesen – jemand braucht etwas dringend

Einrichtung, die – hier: die Organisation

Tafel, die – hier: ein Tisch, an dem viele Menschen gemeinsam essen können (veraltet)

Bedürftige/r, die/der – jemand, der so wenig Geld hat, dass er davon nicht leben kann

jemand überwindet sich, etwas zu tun – jemand tut etwas, was ihm eigentlich unangenehm ist

Stolz, der – hier: die Tatsache, dass man keine Schwäche zugeben möchte

etwas bringt nichts – etwas hat keinen Erfolg; etwas hat keinen Sinn

jemand deckt sich mit etwas ein – jemand kauft viel von etwas, um es auch später noch zu benutzen

jemand spendet etwas – jemand schenkt Geld oder Gegenstände, um Menschen oder Organisationen zu helfen

im Schnitt – durchschnittlich

circa – ungefähr

rund – hier: ungefähr

ehrenamtlich – so, dass man arbeitet, ohne dafür bezahlt zu werden

Vorsitzender, der – hier: derjenige, der eine Organisation leitet

jemand ist im Einsatz – hier: jemand arbeitet

Berichterstattung, die – das, was die Presse über etwas oder jemanden schreibt

Medien, die (Plural) – Fernsehen, Zeitungen, Radio und Internet


Fragen zum Text

1. Wie viele Menschen haben in Deutschland Probleme, ihr Essen zu bezahlen?

a) tausend

b) achthunderttausend

c) eine Million

2. Was kostet eine Mahlzeit bei der Wuppertaler Tafel?

a) Ein Essen kostet im Schnitt einen Euro.

b) Für alte Menschen ist das Essen kostenlos, alle anderen zahlen einen Euro.

c) Das Essen bei der Tafel muss nicht bezahlt werden.

3. Bei der Tafel in Wuppertal gibt es … ein kostenloses Essen.

a) einmal am Tag

b) dreimal täglich

c) fünfmal pro Woche

4. Welches Wort bedeutet nicht das gleiche wie "rund"?

a) ungefähr

b) circa

c) im Schnitt

5. Wie viele Menschen arbeiten für die Tafel in Wuppertal?

a) über 250 Menschen

b) circa 250 Menschen

c) durchschnittlich 250 Menschen

Arbeitsauftrag

Wie kann man in Deutschland möglichst günstig einkaufen? Suchen Sie im Internet deutsche Supermärkte. Versuchen Sie nun, die Preise zu vergleichen und für 50 Euro möglichst viele Lebensmittel für die Woche zusammenzustellen.

Autor/in: Frank Gazon/Raphaela Häuser

Redaktion: Shirin Kasraeian

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