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Aktuell Nahost

Eskalation in Syrien

Die Kämpfe zwischen den Truppen des Assad-Regimes und der bewaffneten syrischen Opposition nehmen an Heftigkeit zu. UN-Generalsekretär Ban warnt vor religiös motiviertem Bürgerkrieg.

Angesichts des Blutvergießens und Hunderttausender Flüchtlinge in Syrien hat UN-Generalsekretär Ban Ki Moon dringlich eine sofortige Einstellung der Kämpfe gefordert.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon (Foto:dapd)

Fordert sofortiges Ende der Kämpfe: UN-Generalsekretär Ban

Ein religiös motivierter Bürgerkrieg gefährde zudem die Nachbarn Syriens, warnte er. Mindestens zwei Millionen Syrer sind inzwischen nach Angaben der Vereinten Nationen von der Gewalt betroffen. In den erbitterten Kämpfen um die nordsyrische Wirtschaftsmetropole Aleppo sehen die USA eine "ernsthafte Eskalation".

Kampf um Aleppo

Das Regime von Präsident Baschar al-Assad behindert weiter die Berichterstattung, entsprechend unübersichtlich erscheint die Lage: Sowohl die Regierungstruppen als auch die Rebellen melden militärische Erfolget. So griffen in Aleppo bewaffnete Aufständische nach Angaben von Oppositionellen ein Militärgericht mit Raketen an. Auch attackierten sie einen Polizeiposten und ein Büro der regierenden Baath-Partei. Die Regierungstruppen hätten mehrere Stadtviertel unter Beschuss genommen. Gekämpft werde demnach vor allem am Sitz des mächtigen Luftwaffengeheimdiensts in der Stadt.

Syrische Oppositionelle an einem Geschütz (Foto: Reuters)

Zeigt sich Kampfbereit: die Flugabwehr der Opposition

Am Montag hatte es aus Kreisen syrischer Sicherheitskräfte geheißen, ein Teil des Stadtviertels Salaheddin sei nach mehrtägigen Kämpfen unter die Kontrolle der Armee gebracht worden. Die Rebellen in der Stadt wiesen die Angaben aber zurück.

Aleppo, die zweitgrößte Stadt Syriens, ist in dem Konflikt von strategischer Bedeutung: Sollten die Rebellen die gesamte Stadt unter ihre Kontrolle bringen können, hätten sie im Nordwesten des Landes eine sichere Basis mit Verbindung zur Türkei, um ihre weiteren Einsätze zu organisieren. Nach UN-Angaben flohen in den vergangenen Tagen rund 200.000 Menschen aus der 2,5-Millionen-Einwohner-Stadt.

Auch in der Hauptstadt Damaskus wird wieder gekämpft. Gefechte werden vor allem aus dem Stadtteil Kafar Susse gemeldet, wo die Rebellen eine Straßensperre der Regierungstruppen attackierten.

USA und Türkei koordinieren Hilfe

Die US-Regierung erklärte, sie sehe in den Kämpfen um Aleppo eine weitere Eskalation des Konflikts. Angesichts des Einsatzes von Kampfflugzeugen, Helikoptern und Panzern gegen Zivilisten könne das Assad-Regime nicht länger behaupten, lediglich gegen vereinzelte Aufständische zu kämpfen, erklärte die Sprecherin des US-Außenministeriums, Victoria Nuland. US-Präsident Barack Obama erörterte die Situation in Syrien telefonisch mit dem türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan. Sie vereinbarten unter anderem, humanitäre Hilfen für syrische Flüchtlinge zu koordinieren.

Video ansehen 01:24

200.000 Menschen aus Aleppo auf der Flucht

An diesem Dienstag berät der oppositionelle Syrische Nationalrat in Kairo über die Bildung einer Übergangsregierung im Exil. Außenminister Guido Westerwelle rief die syrische Opposition zu einem klaren Bekenntnis zur Demokratie auf. Bei ihrem Treffen in Kairo sollten die verschiedenen Strömungen der Opposition unzweideutig erklären, dass ihr gemeinsamer Nenner der Kampf für ein demokratisches und pluralistisches Syrien sei, "in dem auch Minderheiten wie die Christen ihren Platz haben", sagte Westerwelle der "Rheinischen Post".

Bei der humanitären Hilfe für Syrien fehlt es nach Darstellung des deutschen Büros des Welternährungsprogramms (WFP) an ausreichender Finanzierung. Es seien allein 100 Millionen Euro notwendig, um den Menschen in der akuten Krise zu helfen, sagte der Leiter des Berliner WFP-Büros, Ralf Südhoff, dem Deutschlandradio Kultur. Bisher habe man erst etwa 30 Millionen Euro zusammen, anderen Hilfsorganisationen gehe es "kaum besser".

hp/gmf (dpa, afp, dapd, rtr, epd)

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