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Wissen & Umwelt

ESA nimmt Kurs auf Mars und Mond

Mars und Mond bleiben im Fokus der Raumfahrt: Gemeinsam mit Russland bringt die Europäische Weltraumorganisation ESA einen Lander zum Roten Planeten. Und mit dem NASA-Raumschiff Orion soll es zum Erdtrabanten gehen.

Start Orion 05.12.2014 (Foto: Reuters)

Am 5. Dezember 2014 startete die NASA einen Orion-Testflug

Unter dem Namen ExoMars möchte die ESA gemeinsam mit Russland 2016 einen Orbiter und einen Test-Lander auf den Roten Planeten bringen. Zwei Jahre später soll dann ein Mars-Rover folgen, mit einem von der ESA entwickelten Spezialbohrer, der Proben auch aus zwei Metern Tiefe nehmen kann. Das erklärte ESA-Direktor Thomas Reiter bei seinem Jahresausblick für 2015 am Mittwoch in Darmstadt.

Samantha Cristoforetti kurz vor dem Abflug (Foto: ESA)

Samantha Cristoforetti wird noch bis April auf der ISS bleiben, drei weitere ESA-Astronauten haben schon Platzkarten

Zum Mond erstmal mit Robotern

Auch der Mond bleibt im Fokus: Er ist, neben dem niedrigen Erdorbit und dem Mars, eines von drei Forschungs-Zielen, die sich der Ministerrat der europäischen Raumfahrtagentur Ende 2014 gesetzt hatte.

Derzeit gibt es einen regelrechten Wettlauf zum Erdtrabanten, bei dem China mit seinen Chang'e Missionen noch die Nase vorn hat. Chinas Weltraumagentur hatte im Dezember 2013 einen Lander auf dem Mond abgesetzt. Als nächstes soll 2017 ein Raumfahrzeug abgesetzt werden, das in der Lage ist, Gestein zurück zur Erde zu bringen.

Dagegen setzen NASA und ESA auf die Raumkapsel Orion. Sie soll ab Ende 2017 für einen noch unbemannten Jungfernflug bereit stehen, der hinter der Rückseite des Mondes vorbeiführt.

Orion-Service-Modul aus Europa

Ein erster Testflug war im Dezember schon erfolgreich verlaufen. Dabei hatte die NASA den Wärmeschutzschild der Kapsel beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre getestet. Das zentrale Servicemodul, das sowohl Antriebsbestandteile als auch das lebenserhaltende System beinhaltet, war diesmal noch nicht dabei. Es wird komplett von der ESA gebaut.

Anfang 2018 könnte dann der erste bemannte Orion-Flug starten. Mögliche Ziele für Orion gibt es viele: Neben dem Mond-Orbit könnten das Lagrange-Punkte sein - gravitationsneutrale Punkte im Weltall, von denen aus weitere Forschungsmissionen gestartet werden könnten.

Drei ESA-Astronauten mit Flugticket

Aber auch zur Internationalen Raumstation wird Orion dann wohl öfter fliegen. Die ISS bleibt für die ESA auch weiterhin eine Hauptaufgabe. Nach der geplanten Rückkehr der Italienerin Samantha Christoforetti im April stehen die drei nächsten ESA-Astronauten schon fest: Der Däne Andreas Mogensen soll im September für einen nur zehntägigen Kurzaufenthalt zur ISS fliegen. Für den Briten Timothy Peak soll es im Dezember für ein halbes Jahr losgehen und der Franzose Thomas Pesquet soll ihm dann 2016 folgen. Alle drei werden allerdings wohl noch mit Sojuz-Kapseln reisen.

Entwurf der Ariane 6 Rakete (Foto: ESA)

Europas neue Rakete: Die Ariane-6 wird noch entwickelt

Für den Fall, dass die ISS eines Tages außer Dienst gestellt wird, bereitet sich die ESA jetzt schon vor: Am 14. Februar wird der letzte europäische Raumtransporter (ATV) von der ISS abdocken und dann 13 Tage später in der Erdatmosphäre verglühen. Die lange Reisezeit braucht das ATV, um eine elliptische Umlaufbahn zu erreichen, mit der es möglich ist, die Absturzstelle im Südpazifik genauer zu berechnen - und damit Schaden von Mensch und Umwelt abzuwenden. Das wird besonders dann wichtig, wenn die tonnenschwere ISS einmal das gleiche Schicksal ereilt.

Erdbeobachtungs-Netzwerk wird größer

Neben der ISS ist die ESA auch mit vielen Satelliten im erdnahen Orbit unterwegs - unter anderem mit dem Copernicus-Programm. Dazu gehört bisher der Erdbeobachtungs-Satellit Sentinel-1A, der seit letztem Jahr mit Radar die Erdoberfläche vermisst. In diesem Jahr kommen weitere Satelliten hinzu: Sentinel-2A und Sentinel-3A. Der erste ist ausgestattet mit optischen Kameras.

Bild des ESA-Satelits Sentinel-1A (Foto: ESA)

Die Erde aus Sicht der Radar-Kamera von Sentinel-1A

Der zweite ist darauf spezialisiert, Oberflächentemperaturen zu messen. Das Copernicus-Programm soll einmal acht Satelliten umfassen und mit zusätzlichen Daten aus meteorologischen und anderen Bodenstationen umfassende Geoinformationen für die breite Öffentlichkeit liefern. 2020 könnte das System komplett sein.

Neue Satelliten für Galileo-Navigationssystem

Und auch das Satellitennavigationsprogramm Galileo kommt trotz eines herben Rückschlages weiter voran. Zwei Galileo-Satelliten waren im August 2014 aufgrund eines Fehlers in der Trägerrakete auf einem zu niedrigen Orbit ausgesetzt worden. Nun sollen 2015 sechs bis acht neue Galileo-Satelliten hinzukommen.

Wieviele es werden, hängt davon ab, welche Trägerraketen zum Einsatz kommen: Sollte eine Ariane 5 rechtzeitig fertig werden, könnte die ESA vier Satelliten gleichzeitig in den Orbit bringen - dann könnte am Ende des Jahres das höhere Ziel erreicht sein. Auch dann wird Galileo aber noch einige Zeit brauchen: Bisher sind erst drei von den anvisierten 30 Navigationssatelliten voll einsatzbereit.