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Aktuell Amerika

Es wird enger für Bill Cosby

Es gebe keine Beweise, keine glaubwürdigen Zeugen und keine Handhabe gegen den US-Entertainer, argumentieren die Anwälte. Doch der Richter lässt sich nicht erweichen: Das Strafverfahren gegen Cosby läuft weiter.

Ein Gericht in Norristown im Bundesstaat Pennsylvania entschied, dass die Anklage der Staatsanwaltschaft gegen den 78-jährigen Bill Cosby weiterverfolgt wird. Richter O'Neill setzte einen ersten Anhörungstermin für den 8. März fest. In dem Strafverfahren geht es um einen Fall von "schwerer sexueller Nötigung" aus dem Jahr 2004. Bei einer Verurteilung drohen der TV-Ikone bis zu zehn Jahre Haft.

In dem Fall aus dem Jahr 2004 soll der Schauspieler die Universitätsmitarbeiterin Andrea C. unter Drogen gesetzt und missbraucht haben. Der Übergriff soll laut Staatsanwalt Kevin Steele im Haus des Schauspielers in Cheltenham bei Philadelphia stattgefunden haben. C. habe Cosby damals als "Mentor und Freund" vertraut.

Cosbys Anwälte haben die Rechtmäßigkeit des Verfahrens angezweifelt, weil ihn ein Deal mit ehemaligen Anklägern vor strafrechtlicher Verfolgung schütze. Einer der Vorgänger von Staatsanwalt Steele, Bruce Castor, habe Cosby nach der Aufdeckung der Vorwürfe 2005 zugesagt, keinen Strafprozess gegen ihn anzustrengen, wenn er in einem Zivilprozess zur Erstreitung einer Entschädigung aussagen werde. Steele betonte jedoch, die Anwälte des mutmaßlichen Opfers hätten nichts von der angeblichen Zusage Castors gewusst und seien darüber auch niemals offiziell informiert worden.

Jahrzehntelange Übergriffe?

Insgesamt werfen mehr als 50 Frauen dem Fernsehstar sexuellen Missbrauch vor. Die Fälle reichen bis in die 60er Jahre zurück, die meisten sind also längst verjährt. Zu den mutmaßlichen Opfern gehören Models, Kellnerinnen und Mitarbeiterinnen aus dem Showgeschäft. Fast alle Frauen sagen, Cosby habe sie mit Drogen wehrlos gemacht und missbraucht. Der Star der 80er-Jahre-Sitcom "Die Bill Cosby Show" (The Cosby Show) bestreitet die Vorwürfe vehement.

Zivilprozess in Kalifornien

Zurzeit steht Cosby neben dem strafrechtlichen Verfahren in Norristown auch wegen einer Zivilklage im kalifornischen Santa Monica vor Gericht. Die Klägerin wirft ihm vor, sie 1974 in einem Schlafzimmer in der Playboy-Mansion in Los Angeles missbraucht zu haben. Sie gab an, damals erst 15 Jahre alt gewesen und von dem Erlebnis traumatisiert worden zu sein. Zu einem Strafprozess kam es nicht, weil auch dieser Vorfall bereits verjährt ist.

Die Richterin in Santa Monica erwartet von Cosby noch in diesem Monat eine weitere eidesstattliche Erklärung. Er müsse vor dem 29. Februar den Anwälten der Klägerin Rede und Antwort stehen, ordnete sie an. Cosby war in dem Fall bereits im vorigen Oktober befragt worden, aus Sicht der Klägerin blieb er damals aber Antworten schuldig.

rb/ww (afp, ap, dpa)

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