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Top-Thema – Podcast

Es "tikkt" in den Ghettos

Batteriesäure, Rattengift und WC-Reiniger: Dass man mit diesen Zutaten Tik anrührt, wissen in Kapstadt schon die Viertklässler. Eine neue Modedroge überschwemmt Südafrikas Townships.

Ein Mann, der Tik durch ein Glasrohr raucht

Die neue Modedroge "Tik"

Wer in Mitchell's Plain, eine halbe Autostunde östlich von Kapstadt, nach einem Strohhalm fragt, bekommt mehr, als er erwarten mag: Denn in Strohhalmen wird "Tik" verkauft. Seit Monaten beherrscht eine gefährliche Modedroge die Ghettos in den Cape Flats, den armen Vororten von Kapstadt: "Tik", Methamphetamin oder "Crystal Meth". Tik ist die Droge der armen Leute. Wie nirgendwo sonst fällt sie bei den ohnehin extrem benachteiligten Schwarzen in den Cape Flats auf fruchtbaren Boden. Sie lässt nicht nur die Kriminalitätsraten weiter in die Höhe schnellen, sie zerstört eine ganze Generation.

Seinen Namen verdankt Tik dem Geräusch, das beim Erhitzen entsteht. Bereits Kinder der vierten Klasse wissen, wie man einen Tik-Verschnitt auch zu Hause herstellen kann: Man mischt Batteriesäure, Rattengift, Bad- und WC-Reiniger, Ameisengift, Scheuermilch und zerriebenen Toilettenduftstein, erhitzt die Masse und sammelt die Substanz in einer zerbrochenen Glühbirne. Dann werden die Dämpfe durch einen Strohhalm inhaliert.

Das Ausmaß der Lungen- und Gehirnschäden ist verheerend. Bereits mit der ersten Einnahme der Droge sterben so viele Pleasure Cells (Gehirnzellen, die für das Genusserlebnis sorgen) ab, dass das Flasherlebnis des ersten Mals – obwohl immer wieder gesucht – nie wieder erreicht werden kann. Viele Jugendliche sind abhängig von Tik oder Daggah - und das schon seit mehreren Jahren. Sie wissen, dass es gefährlich ist. Davon los kommen sie trotzdem nicht. Der falsche Freundeskreis und der Druck in der Gruppe haben sie zur Droge getrieben.

Von zehn Kindern und Jugendlichen in Mitchell's Plain und anderen Orten in den Cape Flats experimentieren acht mit harten Drogen. Bereits mehr als ein Drittel der Patienten im Sultan Bahu Drogen-Rehazentrum ist unter 20 Jahren. Tendenz steigend, sagt Shafiek Davids, Koordinator des Zentrums: "Das sollten doch eigentlich einmal unsere Ärzte, Ingenieure, Anwälte und Geschäftsleute werden, und jetzt gehen sie nicht mehr in die Schule. Und wenn mehr als die Hälfte der Drogensüchtigen hier zwischen 20 und 30 Jahre alt sind - wo ist dann die Zukunft?"

GLOSSAR

Modedroge, die - ein Rauschgift, das von vielen Menschen genommen wird

Strohhalm, der - hier: ein Trinkhalm

jemanden/etwas beherrschen - Macht über jemanden/etwas ausüben

auf fruchtbaren Boden fallen - wenn etwas Anklang findet; wenn etwas positiv aufgenommen wird

Kriminalitätsrate, die - die Häufigkeit von Verbrechen

Erhitzen, das - das Erwärmen, wenn etwas durch Wärmezufuhr heiß gemacht wird

Substanz, die - der Stoff

Dampf, der - das Gas

etwas inhalieren - etwas tief einatmen

Ausmaß, das - der Umfang, die Größe

verheerend sein - mit schlimmen Folgen haben; furchtbar sein

von etwas abhängig sein - süchtig nach etwas sein

mit etwas experimentieren - hier: etwas ausprobieren

Tendenz, die - eine Entwicklung in eine bestimmte Richtung

Fragen zum Text

In welchem Behältnis wird Tik verkauft?

1. in einem Strohalm

2. in einem Kochtopf

3. in einer Flasche

Was treibt viele Jugendliche dazu, Tik zu inhalieren?

1. der Druck der Familie

2. der Stress in der Schule und die vielen Hausaufgaben

3. der falsche Freundeskreis und der Druck in der Gruppe

Von zehn Kindern und Jugendlichen in Mitchell's Plain und anderen Orten in den Cape Flats experimentieren acht mit…

1. Tieren

2. harten Drogen

3. Alkohol und Tabletten

Arbeitsauftrag

Drogenmissbrauch ist nicht nur ein Problem in Südafrika. Überall auf der Welt sind Jugendliche drogenabhängig. Wie kann diesen Jugendlichen geholfen werden? Schreiben Sie einen Aufsatz, in dem Sie Ihre Meinung zu diesem Thema deutlich machen und diskutieren Sie anschließend in der Klasse darüber.

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