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Kultur

Es muss nicht immer A-Festival sein

Weltweit gibt es viele, viele Filmfeste, von Goa bis Afrika, von Shanghai bis Oberhausen. Zwölf davon haben die Kategorie A. Warum eigentlich?

Publikum sitzt im Saal und guckt nach vorne (Foto: DOK Leipzig)

In Berlin bleibt einem nichts anders übrig, meint Tom Tykwer

Neben Glamour, Filmen und durchgemachten Nächten braucht ein Filmfest eine Lizenz zum Filme zeigen und Preise verteilen. Nicht nur Journalisten - auch die großen Festivals brauchen eine offizielle Akkreditierung. Der internationale Filmproduzentenverband "Fédération Internationale des Associations de Producteurs" (FIAPF) zeichnet ein Filmfestival mit der Kategorie A aus, wenn es bestimmte Auflagen erfüllt. Ein A-Festival muss etwa zwingend einen internationalen Wettbewerb ausloben. Drei Festivals sind weltweit besonders bekannt:

Venedig

Die goldenen Löwen des Filmfestvals von Venedig glänzen in der Sonne (Foto: ap)

Die goldenen Löwen von Venedig

Die Mutter aller Filmfestivals – die "Mostra internazionale d'arte cinematografica di Venezia". Seit 1932 findet sie jedes Jahr Anfang August auf dem Lido statt. Der Hauptpreis ist seit 1949 der "Goldene Löwe". Vormals hieß der Preis "Coppa Mussolini", benannt nach dem italienischen Diktator Benito Mussolini. Ihn erhält jeweils der Regisseur des betreffenden Films. Die besten Darsteller werden mit der "Coppa Volvi" ausgezeichnet werden.

Cannes

Der Leitspruch Viva il Cinema des Filmfestval von Cannes in den Sand geschrieben am Strand von Cannes (Foto: ap)

In Cannes ist es schön warm...

Die "Internationalen Filmfestspiele von Cannes" gibt es seit 1946. Das erste Versuch musste im September 1939 abgesagt werden - der Zweite Weltkrieg hatte begonnen. Neben der Bedeutung des Festivals lockt Südfrankreich im Mai jedes Jahr zahlreiche Künstler und Sternchen an die Côte d´Azur. Als Hauptpreis wird - passend zum Ambiente - die Goldene Palme vergeben. 2009 ging sie an den deutschen Film "Das weiße Band".

Berlin

Der goldene Bär ist die begehrte Trophäe des Filmfestivals von Berlin (Foto: ap)

...in Berlin muss der Bär im Febuar frieren

Die "Internationalen Filmfestspiele von Berlin", kurz "Berlinale" genannt, finden seit 1951 statt. Den Hauptpreis, den Goldenen Bären, gewann 2009 der peruanische Film "Eine Perle Ewigkeit". Die Berlinale eröffnet die Festivalsaison, was so spannend wie schwierig ist. Der Termin liegt im Februar - also Mitten im grimmigen Berliner Winter. Der deutsche Regisseur Tom Tykwer meinte einmal, "in Cannes oder Venedig gibt es dauernd die Verlockung, sich mit der Zeitung und einem Kaffee in die Sonne zu setzen. Hier in Berlin hat man als Zuschauer eigentlich keine andere Wahl, als ins Kino zu gehen." Vielleicht gilt die Berlinale deshalb als beliebtetstes Publikumsfestival der Welt.

A-Festivals in Afrika und Asien

Afrikas berühmtestes Festival findet in Ägypten statt. Seit 1976 wird hier die "Goldene Pyramide" vergeben. Der ägyptische Filmkritiker Kamal El Mallakh besuchte 1975 die Berlinale und realisierte daraufhin das Cairo Film Festival. Das "Internationale Filmfestival Shanghai" ist zwar noch jung mit dem Startjahr 1993, trotz ist es eines der größten Filmfestivals der Welt. In der chinesischen Boommetropole werden jährlich die "Goldenen Pokale" verliehen.

Ohne A ist ein Festival auch gut

Der US-Schauspieler Robert Redford in einer Pressekonferenz (Foto: ap)

Robert Redford leitet das coolste Festival der USA

Auch ohne das Güte-Siegel A können Festivals wertvoll und bekannt sein. B- und C-Kategorien verleiht die FIAPF nicht. Es gibt jedoch Kategorien wie "Dokumentar- und Kurzfilmfestival". Die "Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen" sind das älteste Kurzfilmfestival der Welt. Regisseure wie Wim Wenders, Martin Scorsese oder George Lucas haben hier schon teilgenommen. Das beliebte "Sundance Film Festival" in den USA ist beispielsweise nicht bei der FIAPF gelistet. Robert Redford leitet seit Anfang der 1980er Jahre dieses eigenwillige Filmfest. Es ist Geburtshelfer für Independent-Produktionen, wie "Sex, Lügen und Video" und "Blair Witch Project", die weltweit für Aufsehen sorgten.

Autor: Daniel Müller

Redaktion: Oliver Samson

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