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Fußball

"Es gibt keinen Favoriten"

Bayern München steht zum fünften Mal in Folge in einem Champions-League-Halbfinale. Am Mittwoch ist der Rekordmeister zu Gast bei Atlético Madrid. Doch von Druck ist bei Guardiola und seinem Team nichts zu spüren.

Die spanische Hauptstadt präsentiert sich in diesen Tagen von ihrer besten Seite: strahlender Sonnenschein, blauer Himmel und angenehme 20 Grad Celsius - die Cafés sind voll, die Stimmung in Madrid entspannt. Entsprechend gut war auch die Laune bei Bayern-Trainer Pep Guardiola und seiner Mannschaft, als sie am frühen Abend um 17 Uhr am Flughafen Barajas landeten. Für einen Großteil der mitgereisten Spieler ging es direkt ins Hotel, auf Kapitän Philipp Lahm und Xabi Alonso kam noch ein bisschen Arbeit zu. Beide Akteure standen auf der Pressekonferenz den versammelten Medienvertretern Rede und Antwort.

"Wir wissen, was passieren kann"

Von Druck und Nervosität war weder bei Lahm noch bei Alonso etwas zu spüren. Stattdessen wurde viel gelacht und mit der nötigen Ruhe auf die Fragen der Journalisten geantwortet. Das soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Bayern sich der schweren Aufgabe am Mittwoch (ab 20:30 Uhr MESZ im DW-Liveticker) in der "spanischen Hölle" bewusst sind. Nicht nur das enthusiastische Publikum im Estadio Vicente Calderón, sondern auch Atlético-Trainer Diego Simeone könnten den Münchenern gefährlich werden.

Gerade der argentinische Coach wandelt immer wieder auf einem schmalen Grad zwischen Emotionalität, Aggressivität und Unsportlichkeit, wenn er an der Seitenlinie seine Mannschaft unterstützt. "Wir sind vorbereitet und wissen, was alles passieren kann", sagte FCB-Kapitän Lahm. "Trotzdem müssen wir uns auf uns konzentrieren und nicht darauf, was um das Spielfeld herum passiert. Wir wissen, dass es noch ein Rückspiel gibt." Auch Teamkollege Alonso, der in seiner Karriere bereits 24 Duelle mit dem spanischen Klub in seiner Vita stehen hat, warnt vor Atlético. "Kein Zweifel, das wird ein ganz schwieriges Spiel. Der Klub ist gewachsen und hat sich gut entwickelt. Wir wissen, dass es ein schweres Spiel werden wird," sagte Alonso, kündigte aber auch an, "natürlich ins Finale zu wollen."

"Es entscheiden Kleinigkeiten"

Jerome Boateng Philipp Lahm Robert Lewandowski Abschlusstraining des FC Bayern München (Foto: © picture-alliance/dpa/M.Müller)

Boateng (2.v.l.) ist wieder im Kader

Unterstützung bekommen die Münchener möglicherweise wieder durch Jérôme Boateng, der auch mit nach Spanien gereist ist. Nach langer Verletzungspause gehört der 27-Jährige wieder zum Kader. "Drei Monate Pause sind eine lange Zeit, aber er hat große Erfahrung und Persönlichkeit. Er gehört zu den besten Verteidigern der Welt", lobte Guardiola, ließ einen Einsatz gegen Atlético jedoch noch offen: "Wir entscheiden morgen." Aber auch ohne Boateng in der Defensive ist das Ziel der Münchener klar - kein Gegentor und ein Auswärtstor erzielen, um eine sehr gute Ausgangslage zu erreichen. Von einer möglichen Favoritenrolle der Münchener will Lahm aber nichts wissen: "Wir sind im Halbfinale. Atlético hat mit Barcelona den Titelverteidiger ausgeschaltet. Da sehe ich die Chancen bei 50:50. Auf diesem Niveau entscheiden Kleinigkeiten. Und deshalb gibt es in diesem Duell keine Favoriten", sagte der Defensivspieler.

"Das muss ich dann akzeptieren"

Mit dem so gut wie feststehenden Meistertitel in der Bundesliga im Rücken und dem DFB-Pokal-Finale vor Augen soll nun im Duell gegen Atlético die Basis für eine weitere Titelchance in dieser Saison gelegt werden. Das mögliche Triple scheint in diesem Jahr greifbar, sorgt bei Guardiola aber nicht für Nervosität. Auch ein erneutes Scheitern scheint den Trainer nicht sonderlich zu beschäftigen: "Wenn wir die Champions League nicht gewinnen, ist meine Amtszeit vielleicht nicht perfekt, aber das muss ich dann eben akzeptieren", sagte Guardiola und lehnte sich beim Pressegespräch entspannt zurück.

In den letzten beiden Spielzeiten unter dem Coach schied seine Mannschaft jeweils gegen spanische Teams aus Königsklasse aus: 2014 scheiterten die Münchener an Real Madrid, ein Jahr später war gegen den FC Barcelona Schluss. Dieses Mal soll das anders werden. "Die Leute sehen Atlético mittlerweile auf dem selben Niveau wie Real und Barcelona - und das ist die größte Auszeichnung", lobte Guradiola den Halbfinal-Gegner. "Aber wir werden unser Bestes tun, um das Finale zu erreichen."

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