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Nahost

Es gibt keine Alternative zu den Verhandlungen zwischen Israel, Hamas und Fatah

Foto: Hakam Abdel-Hadi

Hakam Abdel-Hadi, palästinensischer Publizist

Wer 1967 in Gaza oder Ramalla geboren wurde, hat das Pech, 41 Jahre unter israelischer Besatzung zu leben. Seitdem müssen die 3,5 Millionen Palästinenser im Gazastreifen und im Westjordanland Absperrungen, Blockaden, Beschränkungen ihrer Reisefreiheit und andere Unterdrückungsmaßnahmen erdulden.

Einen Lichtblick gab es 1993 durch die Osloer Friedensvereinbarungen zwischen der PLO und Israel. Das palästinensische Volk glaubte damals, kurz vor der Erlangung seiner Unabhängigkeit zu sein. Doch weder Oslo noch die anderen nachfolgenden sogenannten Friedenskonferenzen hinderten Israel daran, seine Siedlungen im Westjordanland auszubauen und damit die Besatzung zu zementieren.

Derzeit wird 50 Prozent des Westjordanlandes von den israelischen Siedlern und Militärs kontrolliert. Der Expansionsdrang Israels schwächte den gemäßigten palästinensischen Präsidenten Mahmoud Abbas und seine Fatah. Die Friedensverhandlungen wurden zu einer Farce.

So kam es, dass die oppositionelle Hamas die Wahlen im Jahre 2006 gewann und einen klaren Regierungsauftrag erhielt. Das Ergebnis des demokratischen Prozesses wurde von Israel, den USA und der EU nicht akzeptiert, obwohl die Hamas Israel einen langwierigen Waffenstillstand angeboten hat. Es gab Raum für Gespräche, aber Hamas wurde von Israel und den westlichen Ländern boykottiert. Der angeschlagene Mahmoud Abbas aber wurde großzügig unterstützt.

Die Konflikte zwischen Hamas und Fatah verschärften sich und führten zur Spaltung des palästinensischen Volkes. Hamas übernahm die Macht in Gaza im Juni 2007. Daraufhin wurde die völkerrechtswidrige Blockade gegen die 1,5 Millionen Menschen im Gazastreifen verschärft.

Nach Auffassung der meisten Palästinenser haben Israel, die USA und die EU der gewählten Hamas keine Chance gegeben. Israel und seine Bündnispartner entschieden sich für Konfrontation statt Verhandlungen.

Es ist eine unheilvolle Entwicklung für die Israelis und die Palästinenser. Denn mit militärischen Mitteln kann keine Seite diesen langwierigen Konflikt lösen. Ein militärisches Vorgehen in einem dichtbesiedelten Gebiet kann nur unverhältnismäßig und auf Kosten der Zivilsten sein. Es gibt keine andere Alternative als Gespräche zwischen Israel, Hamas und Fatah.