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Wirtschaft

Es geht wieder aufwärts in Südostasien

Die Geschäftshäuser Bangkoks galten jahrelang als Wahrzeichen der verheerenden Wirtschafts- und Finanzkrise, die von 1997 an Südostasien lahm legte. Inzwischen kommt die Region wieder auf die Beine. Trotz Tsunami-Folgen.

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Hochhäuser im Hintergrund: Bangkok


"Geistertürme" nannte man sie - im Taumel des Booms geplant und begonnen, blieben hunderte Geschäfts- und Appartementhäuser in Thailands Hauptstadt Bangkok in den Jahren nach der Asienkrise 1997 unvollendet. Inzwischen rücken wieder die Handwerker an. Ein sichtbares Zeichen, dass es mit den arg gebeutelten Volkswirtschaften rund um das südchinesische Meer wieder aufwärts geht.

Bangkok Siam Commercial Bank Pcl

Halbfertige Mahnmale der Krise

Nach den offiziellen Statistiken gab es 1997 allein in Bangkok 320 "vorübergehend eingestellte" Bauprojekte, berichtet der Vize-Gouverneur der Millionenmetropole, Samart Ratchapolsitte. Inzwischen gelte nur noch für 57 Gebäude dieser Status. Jones Lang La Salle (JLL), einer der weltweit führenden Immobilienmakler, weiß von 23 größeren Bürogebäuden mit 715.000 Quadratmetern, die 1998 in Thailands Hauptstadt unvollendet blieben. Ihre Zahl sei auf 13 geschrumpft. "In den vergangenen Jahren konnten wir erleben, dass die Bauarbeiten wegen eines verbesserten Marktumfeldes wieder aufgenommen wurden", berichtet Benjawam Suewongprayoon, Research-Chef bei JLL in Thailand.

Thailand - Bangkok

Wirtschaftliche Erholung …

Im asiatisch-pazifischen Raum leben mehr als drei Milliarden Menschen, deren wachsender Wohlstand eine steigende Nachfrage mit sich bringt. Allein 1,3 Milliarden potenzieller Kunden leben in China. Im vergangenen Jahr wuchs zum Beispiel die Wirtschaft Singapurs um mehr als acht Prozent. Malaysia legte um satte sieben Prozent zu, Thailand um sechs Prozent und Indonesien trotz aller politischen Probleme immerhin um rund fünf Prozent.

Thailand hat seine Position als "Reisexporteur Nummer 1" gefestigt. Das Königreich exportierte 2004 10,13 Millionen Tonnen Reis, mehr als doppelt so viel wie der größte Rivale Vietnam. Die Ausfuhren Vietnams betrugen 2004 nach Angaben der amtlichen vietnamesischen Nachrichtenagentur vier Millionen Tonnen.

Der Chao Phraya bei Bangkok

… bis der Tsunami kam

Die Flutwellen des verheerenden Seebebens vom 26. Dezember 2004 haben unter anderem den Garnelen-Zuchtbetrieben an der thailändischen Küste Verluste von 500 Millionen Dollar zugefügt. Mehr als 100 Arbeiter in den Farmen kamen bei der Katastophe ums Leben. Nach Angaben der Industrie wurden 30 Prozent aller Zuchtfarmen und Bestände zerstört. Der Export von Garnelen dürfte deshalb im laufenden Jahr auf 75.000 Tonnen sinken. 2004 waren es 250.000 Tonnen.

Triste Geschäfte auch in der Urlaubsregion Phuket: Trotz der Betriebsamkeit beim Wiederaufbau kreist in den Köpfen der thailändischen Hoteliers und Händler eine Frage: Wird es wieder einmal so sein wie vor dem 26. Dezember? Immerhin steuert das Geschäft mit den Touristen sechs Prozent oder knapp zehn Milliarden US-Dollar zur Gesamtleistung der thailändischen Wirtschaft bei. Nach Regierungsschätzungen wird die Flut das Wirtschaftswachstum um 1,3 Prozentpunkte drücken.

Bangkok Stadtansicht

Bangkok wieder gefragt

Die Asiatische Entwicklungsbank (ADB) gibt sich dennoch optimistisch. Für Thailand sehen die Experten einen Zuwachs von 6,6 Prozent, für Malaysia ein Plus von 6 Prozent. Angesichts einer voraussichtlich abkühlenden Wirtschaft Chinas prognostiziert die ADB für Singapur zwar nur noch 4,2 Prozent, dafür korrigierte die Bank ihre Aussicht für Indonesien leicht auf 5,2 Prozent nach oben.

In Bangkok lässt sich dank des Aufschwungs inzwischen mit Immobilien wieder deutlich mehr Geld verdienen als noch bis vor kurzem: Innerhalb eines Jahres sind die Mieten für Büros in Toplagen um 20 Prozent geklettert. Nach Einschätzung der Fachleute von Jones Lang La Salle beträgt der Leerstand im Zentrum der thailändischen Hauptstadt nur noch 10 Prozent - nach traurigen 30 Prozent vor sechs Jahren. (arn)

Bangkok Hochhäuser und Fluss

Blick auf Passagierboote auf dem Fluß Chao Phraya, der durch die thailändische Hauptstadt Bangkok fließt. Aufnahme vom Mai 1988. Foto: Lehtikuva

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