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Politik

"Es geht doch um ein arabisches Land!"

13.3.2003: Ein Alleingang der USA beschädigt nicht nur das, was die Weltgemeinschaft unter Völkerrecht versteht. Der Krieg wird auch die Amerika feindliche Stimmung anheizen.

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Die in London erscheinende überregionale Zeitung "AL-HAYAT" kritisiert, dass die arabische Welt nichts unternehme, um im Weltsicherheitsrat mehr Stimmen gegen eine zweite Irak-Resolution zu sammeln: "Die arabischen Länder könnten die drei nicht-ständigen afrikanischen Mitgliedstaaten überzeugen, dass sie den vorliegenden
Resolutions-Entwurf ablehnen. Dann würden acht Stimmen gegen den Entwurf sicher sein. Wie ist zu erklären, dass ein französischer - aber kein arabischer - Außenminister die betreffenden afrikanischen Staaten besucht? Es geht doch um ein arabisches Land, nämlich den Irak!"

Die regierungsnahe ägyptische Zeitung "AL-AHRAM" sieht das Völkerrecht in Gefahr, sollten die USA ihre Drohung tatsächlich wahr machen und ohne Billigung des Sicherheitsrats den Irak angreifen. Im Leitartikel heißt es: "Wenn die USA und Großbritannien ihren Resolutions-Entwuf nicht durchsetzen und dennoch ihre militärischen Pläne ausführen, steht die jetzige Weltordnung, die auf dem Völkerrecht fußt, vor einer äußerst wichtigen Prüfung. Und die Gefahr ist groß, dass sie durch einen solchen offensichtlichen Bruch des Völkerrechts zusammenbricht."

Anti-Amerikanismus wird wachsen

Die regierungsnahe Zeitung "AL-ITTIHAD" aus den Vereinigten Arabischen Emiraten rechnet fest damit, dass die USA ohne Legitimation des Sicherheitsrats einen Militärschlag gegen den Irak führen werden. Das aber werde eine moralische Niederlage sein: "Diese Debatte im Weltsicherheitsrat wird als öffentlicher Gerichts-Prozess gegen die USA in die Geschichtsbücher eingehen. Millionen Menschen haben bereits auf Demonstrationen kund getan, dass sie einen Krieg ablehnen und für Frieden plädieren, und verfolgen nun die UN-Debatte. Die Stimme des Rechtes wird letztlich lauter bleiben als die Stimme der amerikanischen Aggression."

Die unabhängige Zeitung "AL-OUATAN" aus Katar fragt, warum die USA taub seien für die Stimmung in den islamischen Ländern: "Die anti-amerikanische Stimmung in diesen Ländern wird künftig noch größer werden. Denn die USA haben ständig faschistische Regime in den meisten islamischen Ländern unterstützt, die die Völker unterdrücken. Manche Regierungen versuchen sogar, eine anti-amerikanische Stimmung zusätzlich zu schüren, damit sie - wenn sie letztlich doch die USA unterstützen - einen größeren Preis für ihre Loyalität kassieren können. Und die Entscheidungsträger in Washington machen mit."

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  • Datum 13.03.2003
  • Autorin/Autor Nabil Chbib
  • Schlagwörter Presseschau
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  • Permalink http://p.dw.com/p/3NuE
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