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Wirtschaft

Es bleibt schwierig für die Deutsche Bank

Die wichtigsten Jahreszahlen waren schon bekannt. Im nun vorgelegten Geschäftsbericht stimmt Deutschlands größtes Geldhaus Investoren und Mitarbeiter auf eine neue Sparrunde ein.

Die beiden Vorstandschefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen hoben in dem am Freitagabend veröffentlichten Geschäftsbericht 2014 zwar Fortschritte des bisherigen Konzernumbaus hervor und betonten: "Die Deutsche Bank ist heute eine stärkere, sicherere, besser ausbalancierte und verantwortungsvollere Bank als 2012."

Sie seien sich aber auch bewusst, dass das Institut noch einen schwierigen Weg vor sich habe. "Wir arbeiten mit Nachdruck an der nächsten Phase unserer Strategie", betonten sie. Ergebnisse dazu will Deutschlands größtes Geldhaus "zeitnah" präsentieren. Schon jetzt deutet sich allerdings an, wo die Reise hingeht: Die Themen Kosten und Kapital stehen im Fokus.

Das trifft auch das Kerngeschäft Investmentbanking. Dieses steht zwar nicht zur Disposition, weil die Deutsche Bank weiterhin global mitmischen und insbesondere den US-Rivalen die Stirn bieten will, wie Jain erst in dieser Woche auf einer Bankenkonferenz signalisiert hat. Die Sparte muss sich aber offenkundig auf eine Abspeckkur einstellen.

Sparzwang beim Investmentbanking

So heißt es im Geschäftsbericht, das Kapitalmarktgeschäft werde weiter an das sich wandelnde Umfeld angepasst. Man werde "ein noch effizienteres Geschäftsmodell schaffen, mit dem nachhaltig Renditen erwirtschaftet werden können". Viele Bereiche sind durch die strengere Regulierung teurer geworden. Etliche europäische Großbanken haben ihr Investmentbanking deshalb bereits gestutzt oder sind dabei - etwa die Schweizer UBS und die britische Barclays.

Im Rahmen der Strategiedebatte - die am Freitag Finanzkreisen zufolge auch Thema im Aufsichtsrat war - wird derzeit nach Angaben von Insidern auch diskutiert, welche Rolle das Privatkundengeschäft rund um die Postbank künftig spielen soll. Dieser Konzernbereich ächzt unter den anhaltenden Niedrigzinsen. In Schwung kommt dagegen mehr und mehr die Vermögensverwaltung, die in den vergangenen Jahren radikal umgebaut wurde.

Trotzdem machen Jain und Fitschen den Aktionären wenig Hoffnung darauf, dass die versprochene Eigenkapitalrendite nach Steuern von zwölf Prozent im Konzern - zuletzt waren es weniger als drei Prozent - schnell erreicht wird. Denn das Marktumfeld bleibe anhaltend schwierig, die regulatorischen Kosten seien hoch. Hinzu kommen weiter schwelende milliardenschwere Rechtsstreitigkeiten, die immer wieder das Ergebnis verhageln können.

Eine konkrete Gewinnprognose wagt das Geldhaus für 2015 nach wie vor nicht. 2014 hatten unter dem Strich 1,7 (Vorjahr: 0,7) Milliarden Euro zu Buche gestanden, wie die Bank bereits im Januar bekanntgeben hatte. Zweistellige Milliardengewinne, wie sie die US-Konkurrenten schon wieder einfahren, sind in weite Ferne gerückt.

Weniger Geld für die Chefs

Die mauen Ergebnisse spiegeln sich auch im Geldbeutel der beiden Vorstandschefs wider. Jain und Fitschen bekommen für 2014 insgesamt jeweils 6,66 Millionen Euro - elf Prozent weniger als im Vorjahr, wie aus dem Vergütungsbericht hervorgeht. Damit zählen die beiden Manager aber weiterhin zu den Spitzenverdienern im Dax.

Die Vergütung des gesamten Vorstands sank um knapp zehn Prozent auf 35,3 Millionen Euro. Auch die gutbezahlten Investmentbanker müssen sich mit weniger zufriedengeben, obwohl sie im vergangenen Jahr verlässlich lieferten: Konzernweit schrumpften die Boni auf 2,7 (3,2) Milliarden Euro, allerdings stiegen die Fixgehälter - offenbar eine Folge der neuen EU-Regeln zur Deckelung der variablen Vergütung.

bea/ml (reuters, dpa)