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Aktuell Nahost

Erstmals Mursi-Anhänger in Alexandria gehängt

Ägypten macht ernst: Zahllose Todesurteile wurden zuletzt gegen Islamisten gefällt. Jetzt wurde die erste Hinrichtung vollstreckt. Die Luftwaffe flog derweil Angriffe gegen islamistische Kämpfer.

Die ägyptische Justiz hat erstmals ein Todesurteil wegen der gewaltsamen Proteste nach dem Sturz des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi vollstreckt. Mahmud Hassan Ramadan sei in einem Gefängnis in Alexandria gehängt worden, erklärte ein Sprecher des Innenministeriums in Kairo. Er sei der erste Verurteilte, der wegen der Beteiligung an den Protesten im Sommer 2013 (Artikelbild) exekutiert worden sei.

Ramadan war im vergangenen Jahr zum Tod durch den Strang verurteilt worden, weil er gemeinsam mit einem anderen Demonstranten in Alexandria Jugendliche vom Dach eines Apartmenthauses geworfen haben soll. Eines der Opfer starb. In Ramadans Fall wurde die Todesstrafe erstmals in allen Instanzen bestätigt.

Mahmud Hassan Ramadan während des Prozesses hinter einem Gitter (Foto: AP)

Mahmud Hassan Ramadan während des Prozesses

Extremisten beschossen

Auch die ägyptische Armee ging in den vergangenen Tagen massiv gegen Islamisten vor. Laut Sicherheitskreisen wurden mit Luftschlägen 25 Kämpfer im Norden der Halbinsel Sinai getötet. Durch den Beschuss zweier Häuser kamen demnach am Freitag zehn Extremisten ums Leben. Bereits am Donnerstag seien in der Nähe 15 Kämpfer getötet worden. Die Armee bestätigte dies zunächst nicht.

Der Nordsinai steht im Zentrum eines Aufstandes radikaler Islamisten gegen den ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah al-Sissi. Dieser hatte im Juli 2013 als Militärchef seinen Vorgänger, den gewählten islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi, nach Massenprotesten gestürzt. Seither kamen bei etlichen Anschlägen Hunderte von Polizisten und Soldaten ums Leben.

Erst am Donnerstag hatte Al-Sisi einen neuen Innenminister ernannt. Dieser besetzte sofort mehrere Spitzenposten der Sicherheitsdienste neu.

jj/pg (dpa, afp, rtr)

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