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Aktuell Amerika

Erstmals Ebola-Patient zur Behandlung in die USA geflogen

Sie hatten sich bei einem Hilfseinsatz in Westafrika angesteckt: Jetzt sollen zwei amerikanische Ebola-Patienten in Atlanta in den USA behandelt werden. In Afrika geht der Kampf gegen die Epidemie unvermindert weiter.

Zum ersten Mal wird in den USA ein Ebola-Patient medizinisch behandelt. Der infizierte amerikanische Arzt Kent Brantly (im Artikelbild rechts) wurde jetzt mit einer Chartermaschine aus Liberia ausgeflogen - er traf am Samstag auf einem Militärflughafen im Bundesstaat Georgia ein. Von dort wurde er mit einem Krankenwagen in eine Spezialabteilung des Emory University Hospital in Atlanta gebracht.

Der mit einer Isolationskammer ausgerüstete Jet startete dem amerikanischen TV- Nachrichtensender CNN zufolge bereits kurz nach der Ankunft wieder nach Liberia, um eine zweite amerikanische Ebola-Patientin, die Krankenschwester Nancy Writebol, abzuholen. Beide US-Bürger hatten sich während ihres humanitären Einsatzes in Westafrika infiziert.

Emory University Hospital in Atlanta, im US-Bundesstaat Georgia (Foto: Reuters)

Emory University Hospital in Atlanta, US-Bundesstaat Georgia

Der leitende Arzt Bruce Ribner nannte den Gesundheitszustand beider Patienten "stabil". Er versicherte, dass alle nötigen Maßnahmen getroffen worden seien, um eine Ausbreitung der gefährlichen Krankheit in den USA zu verhindern. Dort hatte sich etwa in sozialen Netzwerken die Angst geregt, Ebola einzuschleppen.

Mehr als 720 Ebola-Tote in Westafrika

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind bisher mindestens 729 Menschen in Westafrika an dem Virus gestorben, darunter 60 medizinische Kräfte. Mehr als 1300 Menschen hätten sich infiziert. Es ist die erste Epidemie mit dem besonders gefährlichen Zaire-Ebolavirus in der Region. Bisher gibt es weder eine zugelassene Impfung noch eine Therapie.

In Nigeria bestätigten sich zwei Ebola-Verdachtsfälle nach Tests nicht, wie das örtliche Zentrum für Krankheitskontrolle NCDC mitteilte. Die beiden Patienten sollten aber weiter beobachtet werden, sagte der Chef der Behörde, Abdulsalim Nasidi. Etwa 70 weitere Menschen werden Berichten zufolge ebenfalls überwacht. Sie alle sollen Kontakt zu einem Berater der liberianischen Regierung gehabt haben, der kürzlich in einem Krankenhaus in Lagos an Ebola gestorben war. Der 40-Jährige war mit einem Flugzeug in die Zehn-Millionen-Metropole gereist und dort am Flughafen zusammengebrochen. Nach weiteren Menschen, die in Kontakt mit ihm waren, werde gesucht, erklärte das Gesundheitsministerium.

Die nigerianische Luftaufsichtsbehörde NCAA hob das Flugverbot für die Airline ASky wieder auf. Die Gesellschaft hatte den Liberianer nach Nigeria geflogen. Sie steuere aber nun die betroffenen Länder Guinea, Liberia und Sierra Leone nicht mehr an und habe die nötigen Maßnahmen ergriffen, um eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern, hieß es in einer NCAA-Mitteilung.

Afrika kämpft gegen die Epedemie

Bei einem Ebola-Sondergipfel in Conakry, der Hauptstadt Guineas, hatten die Präsidenten der betroffenen Länder am Freitag entschieden, das gemeinsame Grenzgebiet zu isolieren und zur Quarantänezone zu erklären. "Wir, die Staatschefs, möchten der Internationalen Gemeinschaft versichern, dass sich die Epidemie nicht auf andere Länder ausbreiten wird und dass wir an den internationalen Grenzpunkten entsprechende Maßnahmen getroffen haben", hieß es am Ende des Treffens in einer Mitteilung der regionalen Wirtschaftsgemeinschaft Mano-Fluss-Union, der neben Guinea, Liberia und Sierra Leone auch die Elfenbeinküste angehört.

Die WHO hat ein 100-Millionen-Dollar-Programm (umgerechnet 75 Millionen Euro) für den Kampf gegen Ebola angekündigt. Bei dem Treffen in Conakry hatte WHO-Generaldirektorin Margaret Chan gewarnt, dass die Seuche katastrophale Ausmaße annehmen könnte, wenn sie nicht schnell unter Kontrolle gebracht werde. Das Virus breite sich schneller aus, als die Helfer in der Lage seien, es einzudämmen.
re/rb (dpa, rtr, ap, afp)