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Aktuell Welt

Erstmals Austausch von Gefangenen

Zum ersten Mal seit Beginn des Bürgerkriegs in Syrien findet ein großer Austausch von Gefangenen zwischen Rebellen und Regierung statt. Zugleich verschlechtert sich die Lage der Bevölkerung.

In Syrien hat der größte Gefangenenaustausch zwischen Rebellen und Regierung seit dem Ausbruch des Bürgerkriegs begonnen. Die syrischen Behörden lassen 2130 Zivilisten im Austausch für 48 Iraner frei, die von den Rebellen verschleppt worden waren. Das berichtete die türkische Hilfsorganisation IHH, die den Austausch vermittelt hatte.

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Syrische Rebellen verschleppen Iraner (05.08.2012)

Der IHH-Vorsitzende Bülent Yildirim sagte der Nachrichtenagentur Anadolu, bisher seien 1.000 Menschen freigelassen worden, darunter 74 Frauen und einige Kinder. Korrespondenten und Augenzeugen berichteten, die 48 Iraner seien in einem Hotel in Damaskus eingetroffen. Sie wurden dort vom iranischen Botschafter Mohammed Risa Schibani in Empfang genommen. Ihre Freilassung sei das Ergebnis "harter Verhandlungen" gewesen, sagte er.

Schiitische Pilger oder Assad-Helfer?

Die Rebellentruppe Al-Baraa hatte die Iraner (siehe Artikelbild) im August 2012 in der Nähe von Damaskus in ihre Gewalt gebracht. Sie warfen ihnen vor, zur iranischen Revolutionsgarde zu gehören und zur Unterstützung des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad ins Land gekommen zu sein. Teheran hatte dieser Darstellung widersprochen, die Iraner seien Pilger, die schiitische Stätten besuchen wollten. Die Regierung in Teheran gilt als wichtigster Verbündeter von Präsident Baschar al Assad.

Brahimi will weiter vermitteln

Unterdessen bemüht sich der internationale Sondergesandte Lakhdar Brahimi weiter um eine politische Beilegung des Konflikts in Syrien. Der stellvertretende russische Außenminister Michail Bogdanow kündigte nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Interfax an, er werde am Freitag Brahimi und den stellvertretenden US-Außenminister William Burns zu Gesprächen in Genf treffen. Russland hatte in der Vergangenheit mehrfach UN-Resolutionen im Weltsicherheitsrat blockiert. Zuletzt kamen allerdings Signale aus Moskau, dass der Kreml nicht um jeden Preis an Assad festhalten dürfte.

Unterdessen bleibt die Lage für die Bevölkerung in dem vom Bürgerkrieg zerrissenen Land katastrophal. Etwa eine Million Syrer sind nach Angaben der Vereinten Nationen vom Hunger bedroht. Die bereits überlasteten Hilfsorganisationen könnten viele Konfliktgebiete nicht mehr erreichen. Es würden 1,5 Millionen Syrer mit Lebensmittelrationen durch das UN-Welternährungsprogramm versorgt, bedürftig seien aber vermutlich 2,5 Millionen.

Neue Gefechte und Bombenangriffe

Gleichzeitig gehen die Kämpfe zwischen den Rebellen und den Truppen des Assad-Regimes weiter. Bei den Luftangriffen in der Nähe von Homs sollen zehn Menschen, unter ihnen vier Kinder einer Familie, getötet worden sein. Auch rund um Aleppo und Damaskus kam es erneut zu Bombenangriffen. In Syrien herrscht seit März 2011 Bürgerkrieg, der laut UN bereits 60.000 Tote forderte.

il/gmf/wl/kle(dpa, afp, rtr, dapd)

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