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Sport

Erster WM-Sieg für Afrika: Ghana besiegt Tschechien

Mit dem bislang schnellsten Turniertor und dem ersten Sieg für eine afrikanische Mannschaft hat WM-Debütant Ghana den Favoriten Tschechien geschockt. Pechvogel des Tages war der Tscheche Tomas Ujfalusi.

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Ghana im Freudentaumel

Die Westafrikaner sorgten in Köln für eine fastdicke Überraschung. Durch ein Blitztor von Asamoah Gyan nach 68 Sekunden und einen satten Linksschuss von Sulley Ali Muntari in der 82. Minute am Samstagabend besiegte Ghana vor 45.000 Zuschauern die hoch gehandelten Tschechen. Die ersten WM-Treffer erhielten den stark aufspielenden Außenseitern in der Gruppe E die Chance auf den Achtelfinal-Einzug, doch im letzten Spiel gegen die USA am Donnerstag fehlen die gelb-gesperrten Torschützen.

Tor verschuldet, Notbremse, Rote Karte

Tschechien muss beim Gruppenfinale in Hamburg gegen Italien aller Voraussicht nach sogar gewinnen, um noch in die K.o.-Runde zu gelangen. Fehlen wird der Mannschaft von Karel Brückner nach der zweiten Gelben Karte für Vratislav Lokvenc eine komplette Sturmreihe und Tomas Ujfalusi. Der frühere Bundesliga-Profi, der auch das erste Gegentor verschuldet hatte, sah nach einer Notbremse gegen den Dortmunder Matthew Amoah die Rote Karte. Den fälligen Elfmeter setzte Gyan an den Pfosten.

WM 2006 Tschechien - Ghana Spielszene

Tschechiens Spielmacher Pavel Nedved blieb blass

Während Ghanas Trainer Ratomir Dujkovic nach dem 0:2 gegen Italien in dem Mainzer Bundesliga-Profi Otto Addo, Al-Hassan Shillah und Habib Mohamed gleich drei neue Spieler in seine Startelf beorderte, musste Brückner zwangsweise umstellen. Nach dem Muskelfaserriss von Jan Koller stand der Paradesturm nicht zur Verfügung, weil auch EM-Torschützenkönig Milan Baros seine Fersenverletzung noch nicht überwunden hat. Vratislav Lokvenc mühte sich vergeblich, die Lücke zu schließen. Zu allem Überfluss handelte sich der Stürmer von RB Salzburg auch noch die zweite Gelbe Karte ein.

Chancen im Minutentakt

Während die Afrikaner nach ihrem ersten WM-Tor weiter mutig nach vorn spielten, wirkten die Tschechen verwirrt. Die Mannschaft war im Vergleich zum locker herausgespielten 3:0-Auftaktsieg gegen die USA nicht wieder zu erkennen. Das stark besetzte, aber nicht mehr ganz junge Mittelfeld produzierte Stückwerk statt Kombinationen und die Abwehr konnte nicht verhindern, dass die schnellen Ghanaer immer wieder gefährlich vor dem Tor auftauchten. Vor dem eigenen Strafraum gingen die geistig frischer wirkenden Neulinge kompromisslos zu Werke und ließen nur wenige Möglichkeiten zu. Das Fehlen von Sammy Kuffour wirkte sich geradezu positiv aus.

Mit den Bundesliga-Profis Jan Polak aus Nürnberg und Jiri Stajner aus Hannover wollten es die Tschechen in der zweiten Halbzeit erzwingen. Kurz nach Wiederanpfiff zappelte der Ball auch im Tor, Nedved stand bei seinem Kopfball aber im Abseits. Und Ghana blieb stets gefährlich. Ujfalusi wusste sich gegen Amoah nur noch mit einer Notbremse zu helfen. Glück für Tschechien, dass Gyan beim fälligen Elfmeter die Nerven versagten. In Unterzahl warfen die Tschechen noch einmal alles nach vorn, doch in die sich öffnenden Räume stießen die Ghanaer hinein. Sie hatten in der Schlussphase durch Amoah und Essien Chancen fast im Minutentakt, aber vergaben Chance um Chance, wobei sich allerdings auch Torhüter Petr Cech mehrmals hervortat. Schließlich machte Muntari den hoch verdienten Sieg perfekt.

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